Gentests sollen Klarheit im Pferdefleisch-Skandal bringen

War die Lasagne erst der Anfang? Bei Tests in Deutschland wurde nun auch in vielen anderen Fertigprodukten Pferdefleisch gefunden, das dort nicht hinein gehörte. Die EU-Staaten wollen es nun genau wissen. Sie untersuchen in den kommenden Wochen systematisch Rindfleischprodukte.

«Produkte zur Vernichtung» steht auf diesem Schild bei einem französischen Grosshändler in Villeneuve.

Bildlegende: «Produkte zur Vernichtung» steht auf diesem Schild bei einem französischen Grosshändler in Villeneuve. Reuters

Auf der Suche nach verstecktem Pferdefleisch wollen die EU-Staaten in den kommenden Wochen systematische Gentests durchführen.

Bis Ende März sollen EU-weit auf diese Weise mehr als 2000 Produkte untersucht werden – pro Land zwischen 10 und 150 Proben. Darauf einigten sich Vertreter der EU-Staaten in Brüssel. Getestet werden vor allem Fleischprodukte im Einzelhandel.
 
Sollte Pferdefleisch gefunden werden, soll es auf Rückstände des entzündungshemmenden Medikaments Phenylbutazon untersucht werden. Dieses ist für den Einsatz bei Tieren, die später auf dem Teller landen sollen, nicht zugelassen. Bis Mitte April sollen die Testergebnisse in Brüssel vorgelegt werden.

Viele Produkte in Deutschland betroffen

Während in der Schweiz seit Mittwoch keine weiteren Produkte mit verstecktem Pferdefleisch aufgetaucht sind, werden es in Deutschland immer mehr.

Gleich mehrere Lebensmitteldiscounter zogen Produkte zurück – darunter Dosenravioli, Gulasch und Tortelloni. Allein in Deutschland zog der Handel inzwischen Hunderttausende Packungen mit Lebenmitteln aus dem Verkehr. Die Ware wird vernichtet.