Flüchtlinge in Italien Geplante Aufnahmezentren rufen Politiker auf den Plan

Eine Angehörige des Roten Kreuzes zeigt einem im Hafen von Catania angekommenen schwarzen Flüchtling mit der Hand den Weg

Bildlegende: Ein soeben angekommener Flüchtling wird auf Catania von einer Angehörigen des Roten Kreuzes eingewiesen. Reuters

  • Nach der Ankunft von mehreren tausend Flüchtlingen in süditalienischen Häfen am Freitag und Samstag wächst in Italien der Protest gegen Pläne für neue Hotspots.
  • Zu den bestehenden fünf Aufnahmezentren, sollen sechs neue dazukommen.
  • In den Hotspots werden die ankommenden Flüchtlinge identifiziert und registriert.

Ein neues Aufnahemzentrum soll in der Hafenstadt Civitavecchia nördlich von Rom entstehen. Dagegen wehrt sich der Bürgermeister Antonio Cozzolino.

Der Hafen der Stadt, der wichtigste Knotenpunkt für Italiens Kreuzfahrttourismus, sei nicht geeignet, Flüchtlinge aufzunehmen, sagte der Bürgermeister von der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung.

Unterschriftensammlung in Kalabrien

Auch in Kalabrien ist ein Hotspot geplant. Hier hat die rechtskonservative Oppositionspartei Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi dagegen eine Unterschriftensammlung gestartet.

Dieses Jahr kamen fast 89'000 Flüchtlinge über das Mittelmeer in Italien an – rund ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Etwa 90 Prozent von ihnen starteten im Krisenland Libyen.

Italien will andere Länder verpflichten

Italien sieht sich inzwischen an seiner Aufnahmegrenze und verlangt unter anderem die Öffnung von Häfen anderer EU-Staaten für Flüchtlingsboote. Dies lehnen die anderen EU-Regierungen bisher aber ab.