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International Gesichter des Flüchtlingsstroms: zum Beispiel Familie al Hammed

In Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze traf SRF-Reporter Stephan Rathgeb im August unter dramatischen Umständen den syrischen Arzt Hassan al Hammed und dessen Familie. In mehreren Reportagen begleitete er die al Hammeds in der Folge auf ihrem Weg über die Balkan-Route nach Deutschland.

Legende: Video Familie al Hammed auf der Balkan-Route abspielen. Laufzeit 22:00 Minuten.
Vom 15.09.2015.

Es ist der 20. August des Sommers, der Europa verändern sollte, als «10vor10»-Reporter Stephan Rathgeb an die griechisch-mazedonische Grenze reist. Von dort will er über die chaotischen Zustände angesichts des nicht enden wollenden Flüchtlingsstroms berichten.

Legende: Video Reporter Stephan Rathgeb über die Flucht der Familie al Hammed abspielen. Laufzeit 3:51 Minuten.
Vom 15.09.2015.

Inmitten Tausender gestrandeter Flüchtlinge trifft Rathgeb auf den syrischen Arzt Hassan al Hammed und dessen Familie. Seit ihr Dorf zwei Wochen zuvor bei einem Luftangriff ausradiert worden sei, sei er mit zwei Brüdern, den Frauen und zehn Kindern auf der Flucht, sagt al Hammed.

Nun sitzt die Familie zusammen mit rund 2000 weiteren Flüchtlingen auf einem Feld zwischen Griechenland und Mazedonien fest. Mazedonien lässt sie nicht weiterreisen, die Grenze bleibt während Tagen geschlossen. Sanitäre Anlagen gibt es ebenso wenig wie Schutz vor dem Regen oder ausreichend Verpflegung.

Dennoch gelingt der Familie später die Weiterreise. An verschiedenen Stationen ihrer Reise der Hoffnung spürt Rathgeb die al Hammeds in den darauffolgenden Wochen immer wieder auf. Seine eindrücklichen Reportagen geben «den Flüchtlingen» Gesichter. Gesichter von Menschen.

Zumindest für Famile al Hammed fand die Flucht ein gutes Ende

Hassan Hammed lächelnd vor einer Kirche.
Legende: Hassan al Hammed und seine Familie sind in einem kleinen Dorf in Süddeutschland untergekommen. srf

Zumindest für Familie al Hammed fand die Flucht nach Europa ein vorläufiges Happy End. Hatte der letzte Teil von Rathgebs Reportage noch einen völlig ernüchterten Hassan al Hammed nach der Ankunft in München gezeigt, hat sich das Blatt mittlerweile gewendet. «Es geht der Familie enorm gut», sagt Rathgeb.

Die Familie habe in einem kleinen süddeutschen Dorf ein Zimmer erhalten, und Hassan al Hammed besuche bereits einen Deutschkurs. Andere Familien hatten weniger Glück. Sie stehen in diesen Tagen vor geschlossenen Grenzen. So wie die al Hammeds damals, in jenen regnerischen Augusttagen im griechischen Niemandsland.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Züge werden gestürmt, Grenzzäune zerstört, die Leute lassen sich nicht registrieren. Wie ernst meint man das mit den eigenen Gesetzen? Und wie ernst werden diese Menschen in Zukunft europäische Gesetze nehmen? Immerhin werden sie in Ungarn, Serbien, Mazedonien nicht direkt bedroht. Da müssten sie weder Grenzzäune niedertrampeln noch Grenzpolizisten anschreien und bedrohen.
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    1. Antwort von Johannes Schwärzel (Joe Black)
      Haben sie die ungarische Polizei schon erlebt? Es gibt Geschichten die auch die Flüchtlinge hören. Mazedonien ist sehr arm. Sie können nicht einmal die eigene Bevölkerung richtig versorgen. Serbien? Wirklich? Es ist immer noch so, dass die Menschrechte bei uns in Europa gelten, wenn auch Ungarn dies missachtet. Wollen sie denn die Menschrechte abschaffen? Es ist klar, dass die jugendlichen unter den Flüchtlingen wie unsere Jugendlichen auch schneller für Taten einstehen als die "Alten"
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Ich sah die Reportage. Eine sympathische Familie. Doch als Arzt könnte er in Syrien viel mehr helfen. Er spricht Arabisch wie seine Landsleute und gebrochen Englisch. In Deutschland hat er viele bürokratische Hindernisse zu überwinden und kann vielleicht seine geflüchteten Landsleute auf Arabisch betreuen. Verückte Welt, Allah sei Dank!
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Falls Sie es noch nicht gemerkt haben: Er kann nicht in Syrien leben, da dort Chaos, Krieg und Terror herrschen!
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    2. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Ich sah im "Heute Journal" ein Interview im Irak. Da sagte der Mann, dass sein Sohn bereits in Deutschland ist. Jetzt würden die Deutschen für seine Grossfamilie ein Haus bauen und dann kommen sie auch nach Deutschland. Er war sicher kein Arzt, sondern eher ein Bauer oder Schafhirte, was nicht despektierlich gemeint ist. Wie sollen diese in einem Industrieland Fuss fassen? Und wenn diese unsere relative Freizügigkeit sehen, wird das doch auch einen Kulturschock für sie auslösen.
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    3. Antwort von Johannes Schwärzel (Joe Black)
      Wenn selbst die Hilfswerke aus den Kriegsgebieten abziehen kann auch ein einzelner Arzt nichts mehr tun - selbst wenn er seine Familie opfern würde.
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    In Deutschland kommen dieses Jahr mindestens eine Million Immigranten an. Ich schätze, dass davon höchstens 5% Kriegsflüchtlinge im engeren Sinn sind. Das wären dann rund 50'000. Ich bin überzeugt, dass sich da noch einige Ärzte oder Lehrer befinden, die gutes Material für solche Reportagen liefern. Interessant sind aber die restlichen 950'000.
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    1. Antwort von B Mich (Mich B)
      Das sehe ich ähnlich. Es ist schön, Menschlichkeit zu beweisen. Es ist blöd, wenn eine Regierung, in diesem Fall die deutsche, mithilft, die Drohung der IS wahrzumachen, dass sie den Kontinent mit syrischen Flüchtlingen fluten wollen. Das wird extrem spannend, zu spannend - würde ich meinen.
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    2. Antwort von Johannes Schwärzel (Joe Black)
      Schätzen. Sie schätzen einfach mal drauflos, ohne Fakten. Sie vergessen dabei dass sie damit über Menschen urteilen. Das ist kein harmloses "schätzen". Das ist Hetze.
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