Zum Inhalt springen

International Getöteter IS-Anführer arbeitete mit Paris-Attentäter zusammen

Der Islamische Staat (IS) gerät derzeit immer mehr unter Bedrängnis. Kaum ein Tag, an dem die Terrormiliz nicht einen herben Rückschlag einstecken muss. Letzte Meldung: Der bei Luftschlägen getötete IS-Anführer hatte Verbindungen zu den Attentätern von Paris. Und er plante weitere Anschläge.

Zerstörte Häuserzeile.
Legende: Nebst dem bei einem Luftangriff getöteten Charaffe al-Muadan starben im Dezember weitere neun IS-Anführer. Reuters

Er arbeitete mit den Attentätern von Paris zusammen und soll schon neue Bluttaten geplant haben. Nun ist Charaffe al-Muadan, ein mutmasslicher IS-Anführer, bei Luftangriffen getötet worden.

Pentagon-Sprecher Colonel Steve Warren sagte, Charaffe al-Muadan habe unmittelbar mit dem Planer der Anschläge in Frankreich, Abdelhamid Abaaoud, zusammengearbeitet. Zudem habe er neue Angriffe auf den Westen geplant.

Abdelhamid Abaaoud gilt als Kopf der Anschläge von Paris. Er kam bei einer Polizeiaktion in Saint-Denis am 18. November ums Leben. Bei den Anschlägen töteten die Terroristen 130 Menschen. In den besetzten Gebieten schaut die Todes-Bilanz der Terrormiliz freilich weit erschreckender aus.

Ausländische IS-Kämpfer in den eigenen Reihen getötet

Eine syrische Menschenrechtsorganisation listet auf, was darüber hinaus an Opfern auf das Konto des autonom ausgerufenen Kalifats geht. Überraschend dabei: Die Gewalt der Extremisten richtet sich in einem nicht unerheblichen Mass auch nach innen.

In Syrien hat der IS diesen Zahlen zufolge mindestens 420 eigene Mitglieder getötet. Dabei seien vor allem ausländische Kämpfer, die als angebliche Spione enttarnt worden seien und flüchtige Dschihadisten, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Insgesamt habe der IS 3707 Menschen getötet, unter ihnen 2001 Zivilisten. Dabei täten sie gut daran, ihre Kräfte zu bündeln.

Irakische Truppen weiter auf dem Vormarsch

Nach der Befreiung grosser Teile der irakischen Provinzhauptstadt Ramadi von der IS-Miliz besuchte Ministerpräsident Haidar al-Abadi das dortige Universitätsviertel. Dies berichtete ein Mitglied des Rates der Provinz Al-Anbar, in der Ramadi liegt.

Der Regierungschef hatte zuvor am Montag den Sieg über den sogenannten Islamischen Staat in der Stadt verkündet. Die militanten Islamisten hatten die rund 300‘000 Einwohner zählende Provinzhauptstadt im Mai überrannt, obwohl sie zahlenmässig unterlegen waren. Irakische Truppen wollen nun Ramadi wieder vollständig unter ihre Kontrolle bringen.

Danach wird erwartet, dass Anti-Terror-Einheiten der irakischen Armee sich Falludscha zuwenden. Hauptziel bleibt aber die Provinzhauptstadt Mossul, die grösste noch verbliebene IS-Hochburg im Irak.

Kommunikative Kehrtwende Kerrys

Am Tag nach dem Hissen der irakischen Fahne über dem Regierungsviertel Ramadis offenbarte sich das ganze Ausmass des wochenlangen Häuserkampfes. 80 Prozent der Stadt sind zerstört, sagte ein Mitglied des Rates der Provinz Al-Anbar.

Derweil lobte US-Aussenminister John Kerry die irakischen Truppen. Während er nach dem Verlust Ramadis im Mai noch offen den Mut der irakischen Soldaten angezweifelt hatte, beglückwünschte er diese nun in höchsten Tönen. Sie hätten mit gewaltigem Mut und Tapferkeit gekämpft, sagte er am Montag in Washington.

7 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Die grossen Erfolge der SAA und der NDF ( säkulare einheimische Miliz ), gegen den IS in Syrien werden mit keinem Wort erwähnt, die Stadt Mahin in Ost - Homs wurde nach schweren Kämpfen befreit, dies ist besonders wichtig da jetzt eine Pufferzone zwischen der vom IS bedrohten Christenstadt Sadat und Mahin besteht , vor dem IS wurde Sadat von der westlichen Allianz erobert ( Al - Nusra Front / FSA ); bis zur Befreiung durch die SAA wurden Kirchen geschändet, Christen gefoltert und ermordet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Gerne schreibe ich meinen Kommentar von heute Morgen noch einmal. Die vorbehaltslose Übernahme von Agenturmeldungen hatte ich schon mehrfach kritisiert. In diesem Fall sind absolute Formulierungen besonders stossend, denn wir wurden von der US-Administration und insbesondere vom Pentagon in Kriegsdingen schon viel zu oft angelogen - Propaganda nennt sich das. Es gibt Formulierungsmöglichkeiten wie "anscheinend" oder "er soll.. Anschläge geplant haben", die mE. realistischer und ehrlicher wären.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Schon komisch, lange konnte sich die IS ausbreiten und behaupten und nun scheint es endlich so weit zu sein, dass sie selber in Bedrängnis gerät. Komisch ist auch, dass dies im Zusammenhang mit dem verstärkten Erscheinen der Russen vor Ort zusammenfällt. Wurde die IS allenfalls als Gegner von Assad geschont oder gar heimlich geduldet ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen