Getöteter Teenager: US-Behörden ermitteln gegen Polizei

Rund einen Monat nach den tödlichen Schüssen auf einen afroamerikanischen Teenager will das US-Justizministerium Ermittlungen gegen die Polizei in Ferguson aufnehmen. Untersucht werden soll, ob Bürgerrechte verletzt wurden.

Jemand hält ein Foto mit Brown darauf, daneben weint die Mutter.

Bildlegende: Die Trauer um den verstorbenen Teenager ist gross. Hier im Bild seine Mutter. Keystone

Am 9. August ist in der US-Kleinstadt Ferguson im Bundesstaat Missouri der 18-jährige Afroamerikaner Michael Brown von einem weissen Polizisten erschossen worden. Jetzt will das US-Justizministerium offenbar gegen die örtliche Polizei ermitteln. Untersucht werden soll, ob bei dem Vorgehen Bürgerrechte verletzt wurden. Das berichtete die «Washington Post» unter Berufung auf zwei Justizbeamte.

Nach den tödlichen Schüssen hatte es in dem Vorort der Metropole St. Louis wochenlang Protestmärsche und Zusammenstösse mit der Polizei gegeben. Der Fall entfachte eine Diskussion über rassistische Gewalt durch US-Sicherheitskräfte.

Ermittlungen auch gegen Schützen

Die Ermittlungen sollen ähnlich ablaufen wie in anderen Fällen, in denen es um Beschwerden etwa wegen übertriebener Gewalt durch die Polizei geht. Neben Ferguson sollen auch andere Polizeibehörden in Missouri unter die Lupe genommen werden.

Zusätzlich wird gegen den Polizisten Darren Wilson ermittelt, der den unbewaffneten Jugendlichen erschoss. Eine Grand Jury, eine Gruppe aus 12 bis 23 Geschworenen, soll entscheiden, ob gegen ihn Anklage erhoben wird.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Auf den Spuren der Rassenprobleme in Ferguson

    Aus Tagesschau vom 22.8.2014

    Mit der Erschiessung eines unbewaffneten schwarzen Teenagers vor knapp 14 Tagen ist die Kleinstadt Ferguson zum Symbol für die Rassenproblematik in den USA geworden. Die Reportage von Korrespondentin Karin Bauer.

  • Obama vs. Rassismus

    Aus 10vor10 vom 20.8.2014

    Die Krawalle aus der Kleinstadt Ferguson dauern immer noch an. Seit letztem Samstag, als ein weisser Polizist einen unbewaffneten Schwarzen erschoss, gibt es dort keine Ruhe mehr. Amerika hat es offenbar geschafft einen schwarzen Präsidenten zu wählen aber nicht die alltägliche Diskriminierung zu beenden. «10vor10» will wissen, weshalb der erste schwarze Präsident genau in der Rassismus-Problematik farblos geblieben ist. Zudem schalten wir zu unserer Korrespondentin Karin Bauer nach Ferguson.

  • Erneut Afroamerikaner durch Polizei getötet

    Aus Tagesschau vom 20.8.2014

    Unweit von der Kleinstadt Ferguson im US-Bundesstaat Missouri gab es einen weiteren tödlichen Zwischenfall. Polizisten erschossen in St. Louis nach eigenen Angaben einen Verdächtigen, der die Beamten mit einem Messer bedroht haben soll.