Gewalt gegen Flüchtlinge – und Polizisten

Im sächsischen Heidenau müssen Polizisten ein Flüchtlingsheim vor Neonazis beschützen. In den vergangenen Tagen sind die Rechtsradikalen nun auf die Polizisten losgegangen; dabei gab es mehrere Verletzte.

Rechtsradikale rennen in der Nacht eine Strasse entlang

Bildlegende: Mit Flaschen und Feuerwerkskörpern griffen Rechtsradikale in Heidenau Polizisten an, die ein Flüchtlingsheim beschützen. Reuters

Mit Gewalt versuchten Rechtsextremisten im sächsischen Heidenau zu verhindern, dass Flüchtlinge in eine neue Asylunterkunft einziehen. Dazu blockierten sie in der Nacht auf Samstag die Zufahrtsstrasse und gingen mit Knallkörpern, Steinen und Flaschen auf die Polizisten los, welche die Unterkunft bewachten. Dabei wurden 31 Beamte verletzt.

In der Nacht auf Sonntag griffen die Rechtsradikalen die Polizisten erneut an. Wieder wurden die Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen. Die Attacken in Heidenau sind nur die jüngsten in einer Reihe von Übergriffen gegen Flüchtlinge und deren Unterkünfte.

«Grenzen überschritten»

Deutsche Politiker zeigen sich über die Vorgänge entsetzt. «Hier sind Grenzen überschritten worden, die ich kaum noch in Worte fassen kann», sagte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich bei einem Besuch der Asylunterkunft. «Denn es kann nicht sein, dass Asylbewerber, Hilfskräfte oder Polizisten angegriffen werden aus blindem Hass. Das ist nicht tolerabel.»

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig fügte an: «Es ist hier ein brauner Mob unterwegs gewesen in den letzten Tagen, der Hass und Gewalt gesät hat. Wir lassen uns das nicht gefallen. Wir weichen auch nicht zurück.»

Weitere Angriffe befürchtet

Die Polizei richtete sich darauf ein, dass die Gewalttäter am Sonntagabend oder in den kommenden Tagen zurückkehren. In den sozialen Netzwerken gebe es Aufrufe zu weiteren Protesten gegen die Unterkunft, sagte ein Sprecher. Auch die Gegenseite mobilisiere ihre Anhänger im Netz.