Gewalt gegenüber Fremden nimmt in Deutschland zu

Hass auf Fremde, Angriffe auf Asylunterkünfte – die Zahl der rechtsextremistischen Gewalttaten ist 2014 in Deutschland um fast einen Viertel gestiegen. Das Innenministerium zeigt sich beschämt – und ist gleichzeitig alarmiert.

Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund haben in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Ihre Zahl stieg um fast 24 Prozent auf 990 Taten, wie aus dem in Berlin veröffentlichten Verfassungsschutzbericht hervorgeht.

Eine Passantin mit einem Kopftuch geht an einem Einkaufsladen vorbei

Bildlegende: Während immer mehr Fremde in Deutschland Opfer von Übergriffen werden, scheint die Salafisten-Szene hier zu erstarken. Keystone

Besorgniserregend sei insbesondere der Anstieg von Gewalttaten gegen Fremde und von rechtsmotivierten Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte, sagte Innenminister Thomas de Maizière. «Hass und Gewalt gegenüber Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland sind beschämend.»

Die Zahl von Gewalttaten aus dem linken Spektrum stagnierte den Angaben zufolge mit 995 Übergriffen auf dem Niveau des Vorjahres.

Salafistische Szene findet zunehmend Anklang

Alarmiert zeigten sich de Maizière und Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maassen über die zunehmende Zahl von Menschen, die von Deutschland aus als ausländische Kämpfer nach Syrien oder in den Irak ziehen.

Unterstützt werde die Rekrutierung durch eine salafistische Szene in Deutschland, die mittlerweile 7500 Mitglieder zähle, sagte Maassen. Fast ausnahmslos alle Personen mit Bezug zu Deutschland, die sich extremistischen Gruppen im Nahen Osten angeschlossen hätten, standen dem Bericht zufolge mit salafistischen Strukturen in Verbindung.