Gewalt in Ägypten – Präsident Mursi will hart durchgreifen

Mehr als 200 Menschen wurden bei den jüngsten Zusammenstössen von Islamisten und ihren Gegnern in Ägypten verletzt. Präsident Mursi kündigte Strafen an. Ein islamistischer Oppositioneller ortete die Schuld bei Nobelpreisträger El Baradei.

Ein brennender Bus.

Bildlegende: Bei den Zusammenstössen gerät am Freitag auch ein Bus ins Visier von Chaoten. Reuters

Nach heftigen Krawallen vor Büros der islamistischen Muslimbruderschaft droht Präsident Mohammed Mursi mit harten Strafen. Alle, die an der Gewalt beteiligt gewesen seien – ob aktiv oder durch Aufrufe – würden bestraft werden, betonte er.

Gegner der Muslimbruderschaft, aus deren Reihen auch Mursi kommt, hatten am Freitag mehrere Büros der islamistischen Bewegung attackiert. Laut Medienberichten wurden über 200 Menschen verletzt.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Der Vize-Chef der moderaten Islamisten-Partei Al-Wasat warf Oppositionsführer Mohammed El Baradei derweil vor, die Proteste von der Zentrale seiner liberalen Verfassungspartei aus gesteuert zu haben. Dem Politiker müsse deshalb der Friedensnobelpreis entzogen werden, forderte er auf seiner Facebook-Seite.

El Baradei selbst verurteilte die Gewalt. Die Regierung schaffe es nicht, auf die Ursachen für die Wut der Menschen zu reagieren.

Das Verwaltungsgericht in Kairo zögerte in der Zwischenzeit zum zweiten Mal sein Urteil über den Einspruch von Präsident Mursi gegen die Verschiebung der Abstimmung hinaus. Ein Urteil wird am 7. April erwartet. Die Parlamentswahl hätte eigentlich am 22. April beginnen sollen.