Anschlag auf Mannschaftsbus Gewaltakte bei Sportereignissen

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Sicherheitszone Fussball-Stadion

0:25 min, vom 12.4.2017

Gegen 65'000 Zuschauer waren am Dienstag im Stadion Signal-Iduna-Park zum Viertelfinal-Heimspiel von Borussia Dortmund gegen AS Monaco und freuten sich auf das Spiel – doch es kam anders. Grosse Sportanlässe wurden schon früher häufig Schauplatz von Gewalt und Anschlägen.

1. Mai 2002, Madrid: Wenige Stunden vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona explodiert in der Nähe des Bernabeu-Stadions eine Autobombe der baskischen ETA. Neun Menschen werden verletzt.

6. April 2008, Colombo/Sri Lanka: Als Sri Lankas Strassenbau-Minister Jeyaraj Fernandopulle gerade die Startflagge bei einem Marathonlauf in der Hauptstadt Colombo schwenkt, detoniert eine Bombe. 13 Menschen sterben, darunter Olympiateilnehmer K.A. Karunaratne und der Leichtathleten-Nationaltrainer Lakshman de Alwis.

8. Januar 2010, Cabinda/Angola: Zwei Tage vor dem Beginn des Afrika-Cups in Angola greifen Unbekannte den Mannschaftsbus Togos an der Grenze zwischen der Republik Kongo und der angolanischen Exklave Cabina an. Zwei Delegations-Mitglieder sterben, zwei Spieler werden verletzt. Togo zieht seine Mannschaft vom Turnier zurück.

21. Februar 2011, Bahrain: Rund drei Wochen vor dem geplanten WM-Auftakt der Formel 1 in Sakhir wird der Grosse Preis von Bahrain abgesagt. Grund sind die von Gewalt begleiteten politischen Unruhen im Königreich.

15. April 2013, Boston: Im Zielbereich des Boston-Marathons detonieren zwei Sprengsätze, die drei Zuschauer in den Tod reissen, 264 Läufer und Zuschauer werden verletzt. Die beiden Täter werden tagelang gejagt, einer gefasst, einer getötet.

4. April 2015, Istanbul: Bei einem Anschlag auf den fahrenden Bus von Fenerbahce Istanbul mit der gesamten Mannschaft an Bord wird der Chauffeur von Splittern der durch Schüsse geborstenen Frontscheibe im Gesicht verletzt. Die Spieler werden körperlich nicht in Mitleidenschaft gezogen, nachdem ein Sicherheitsmitarbeiter des Klubs das Steuer übernahm und den Bus stoppte.

30. April 2015, Frankfurt/Main: Das für den 1. Mai geplante Radrennen «Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt» wird aus Sicherheitsgründen abgesagt. Zuvor waren zwei Terrorverdächtige festgenommen worden, bei denen eine «funktionsfähige Rohrbombe», Munition und Waffenteile gefunden wurden. Es bestand der konkrete Verdacht, dass das Rennen ein mögliches Anschlagsziel war.

14. Juni 2015, Remscheid: Wegen einer Bombendrohung wird der Remscheider City-Lauf wenige Stunden vor dem Startschuss abgesagt. Nach Angaben der Polizei hatten unbekannte Männer per Telefon mit Bombenexplosionen in mehreren nordrhein-westfälischen Städten gedroht. In einem Telefonat kündigte der Anrufer für Remscheid die Zündung einer Nagelbombe bei dem Lauf rund um den Rathausplatz der 110'000-Einwohner-Stadt an.

14. November 2015, Paris: Unter dem Eindruck der Terroranschläge tags zuvor in Paris werden für das Wochenende im Grossraum der französischen Hauptstadt sämtliche Sportveranstaltungen abgesagt. Das beschliessen die Sportverbände und die lokale Verwaltung. Landesweit setzt zudem der französische Eishockeyverband sämtliche Spiele bis inklusive Sonntag aus.

17. November 2015, Brüssel: Der belgische Fussballverband URBSFA sagt auf Empfehlung des Krisenzentrums im Innenministerium und der höchsten Sicherheitsdienste das geplante Länderspiel zwischen der belgischen Nationalmannschaft und Spanien ab. 600 Polizisten, die von Militärkräften unterstützt werden sollten, hätten die Sicherheit der Zuschauer im und um das Stadion gewährleisten sollen.

17. November 2015, Hannover: Knapp anderthalb Stunden vor dem Anpfiff wird das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden abgesagt. Das Stadion in Hannover wird evakuiert. Die Absage sei «aus Gründen des Schutzes der Bevölkerung» erfolgt, erklärt Bundesinnenminister Thomas de Maizière.

19. März 2016: Wegen der angespannten Sicherheitslage in der Türkei wird das Istanbuler Fussballderby zwischen Galatasaray und Fenerbahce zwei Stunden vor dem geplanten Anpfiff abgesagt. «Ernstzunehmende Einschätzungen» der Sicherheitskräfte sind der Grund dafür.

11. April 2017: Kurz nach der Abfahrt des Mannschaftsbusses von Borussia Dortmund explodieren drei Sprengsätze. Abwehrspieler Marc Bartra wird schwer verletzt. Am Bus entsteht erheblicher Sachschaden.