Zum Inhalt springen

International Gewaltexzesse statt Politik: Chaos in Venezuela

Der anhaltende Proteststurm fordert immer neue Opfer. Jetzt geraten auch Sicherheitskräfte ins Visier der Justiz. Ihnen werden Gewaltexzesse vorgeworfen. In der Hauptstadt gingen erneut Tausende auf die Strasse.

Polizist feuert Geschoss ab
Legende: Das Vorgehen der Sicherheitskräfte gerät auch bei Justizbehörden Venezuelas in die Kritik Keystone

Mittlerweile werde gegen 17 Mitglieder der Sicherheitskräfte ermittelt, erklärte Generalstaatsanwältin Luisa Ortega in Caracas. Es habe in den vergangenen Wochen «Exzesse» der Gewalt gegeben. Zudem würden insgesamt 102 mögliche Menschenrechtsverletzungen untersucht.

Legende: Video Gewaltszenen bei Protesten in Caracas abspielen. Laufzeit 0:46 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.04.2014.

Bei den Protesten gegen den sozialistischen Präsident Nicolás Maduro sind seit Mitte Februar nach Behördenangaben 39 Menschen getötet worden. Weitere 608 wurden verletzt. Die Demonstranten prangern unter anderem einen autoritären Regierungsstil Maduros an.

Kundgebung für Oppositionsführer

Am Freitag haben erneut etwa 3000 Demonstranten die Freilassung des Oppositionsführers Leopoldo López verlangt. Die Teilnehmer der Kundgebung, unter ihnen zahlreiche Studenten, versammelten sich in der Hauptstadt.

López war wenige Stunden zuvor formell angeklagt worden. Nach Angaben der Behörden werden dem 42-Jährigen Anstiftung zur Gewalt, Brandstiftung, Schadbeschädigung sowie die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Maduro wittert US-Verschwörung

López war am 18. Februar festgenommen worden, zwei Wochen nach Beginn der Proteste gegen die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Diese richten sich gegen die verbreitete Kriminalität, aber auch gegen grassierende Korruption und häufige Versorgungsengpässe im Land.

Maduro sieht hinter den gewalttätigen Protesten eine von den USA unterstützte Verschwörung zum Sturz der Regierung.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Jetzt haben Verschwörungstheoretiker wieder hochkonjunktur. Haben die Leute in Venezuela nicht einfach genug vom realen Sozialismus mit seinen leeren Regalen und der Perspektivlosigkeit?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Heiri Kugler, Udon Thani
      @A. Planta: Beschämende Stellungnahme! Mit den Koyoten und der NED zu heulen zeugt nicht von viel Sachkenntnis.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Weiler, St. gallen
    Auf eine etwas differenziertere Betrachtungsweise der Vorgänge in Venezuela und die Rolle der USA in diesem Konflikt wartet man wohl auch hier vergeblich. Venezuela hat massenhaft Öl, auf das die Amis bisher keinen Zugriff bekamen. Da lassen die nicht locker.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Heiri Kugler, Udon Thani
    Gezielte Desinformationskampagne internationaler Medien: Die These von systematischen Menschenrechtsverletzungen seitens der Staatsmacht ist objektiv nicht haltbar. María Corina Machado, wurde gestern das Abgeordnetenmandat vom Obersten Gerichtshof (TSJ) Venezuelas entzogen. Sie ist eine führende Figur in den gewaltsamen Aktionen und steht auf der Lohnliste des NED. So auch der verhaftete und unter Anklage stehende Rechtspolitiker Leopoldo López und 3 kürzlich verhaftete Luftwaffengeneräle.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen