Zum Inhalt springen

International Gewalttätige Demonstrationen nach Geständnis zu Studentenmorden

Bandenmitglieder haben den Mord an Dutzenden Studenten eingeräumt. Viele Mexikaner trauen den Behörden allerdings nicht mehr. Der Vorwurf: schleppende Ermittlungen. Sie äussern ihren Unmut auf der Strasse und im Internet.

Legende: Video Gewalttätige Demonstrationen in Mexiko abspielen. Laufzeit 1:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.11.2014.

43 Studenten wollten Bildung in die entlegensten Winkel ihrer bitterarmen Heimat bringen – und starben vermutlich in einer einsamen Schlucht in Mexiko. Nachdem Bandenmitglieder den Ablauf des Verbrechens geschildert hatten, versuchten Demonstranten den Nationalpalast in der Hauptstadt zu stürmen.

Die aufgebrachte Menschen legten am späten Samstagabend (Ortszeit) Feuer an einer der Pforten des Gebäudes am zentralen Platz Zócalo in Mexiko-Stadt. Zuvor hatten sie vor dem Sitz der Generalstaatsanwaltschaft Aufklärung über das Schicksal der jungen Leute gefordert.

«Es war der Staat»

«Warum tötet ihr uns, wenn wir doch die Hoffnung von Lateinamerika sind», skandierten die Studenten. Und: «Es war der Staat.» Javier Bautista von der Universität Iberoamericana sagte: «Wir haben diese Regierung satt, diese Politik des Elends, die systematisch das Leben missachtet.»

Die Studenten waren Ende September in der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero von Polizisten verschleppt und später Mitgliedern der kriminellen Organisation «Guerreros Unidos» übergeben worden. Mehrere Bandenmitglieder hätten gestanden, die jungen Leute getötet und verbrannt zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Auch Unruhen in der Provinz

Auch in Guerreros Hauptstadt Chilpancingo griffen Demonstranten am Samstag das Regierungsgebäude an. Sie schleuderten Steine auf den Sitz der Provinzregierung und steckten mindestens sieben Autos in Brand. «Lebend habt ihr sie uns genommen, lebend wollen wir sie zurück», sprühten sie an eine Wand.

Der Fall Iguala hat ein Schlaglicht auf die enge Verstrickung staatlicher Institutionen mit dem organisierten Verbrechen in Mexiko geworfen. Nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen hatte der Bürgermeister der Stadt das harte Vorgehen gegen die Studenten angeordnet. Offenbar machten er und seine Frau mit den «Guerreros Unidos» gemeinsame Sache.

In den sozialen Netzwerken wurde unterdessen der Slogan «Ya me cansé» (Genug, ich bin jetzt müde) zum Trending Topic. Mit diesen Worten hatte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam die Pressekonferenz über die jüngsten Ermittlungsergebnisse abgebrochen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Auf Gewalt mit Gewalt zu reagieren, respektive zu antworten ist auch nicht die Lösung. Die Menschen lernen es wohl nie, wundern sich aber immer, wenn ihnen dann Gewalt begegnet. Sehr tragisch, was diesen jungen Menschen angetan worden ist, aber diese Wut & Gewalt bringt sie auch nicht wieder zurück.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen