Gewerkschaftsschreck will ins Weisse Haus

Zur Kür der US-Präsidentschaftskandidaten werfen immer mehr Politiker ihren Hut in den Ring. Für die Demokraten hat nun Jim Webb, einst entschiedener Gegner der Irak-Invasion von 2003, seine Kandidatur angemeldet. Bei den Republikanern tritt auch der erzkonservative Scott Walker als Bewerber an.

Scott Walker und Barack Obama

Bildlegende: Er will seinen Job: Scott Walker (links) am Donnerstag im Gespräch mit US-Präsident Obama. Reuters

Der Republikaner Walker steigt als 15. Bewerber in das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei ein.

Der Gouverneur von Wisconsin reichte nach Angaben seines Wahlkampfteams am Donnerstag die nötigen Papiere bei der Bundeswahlbehörde FEC ein. Walker will in einer Rede am 13. Juli seine Bewerbung offiziell verkünden. Der 47-Jährige zählt zu den konservativeren Bewerbern im republikanischen Feld, in Umfragen liegt er derzeit in der Spitzengruppe.

Kampf gegen Gewerkschaften

Walker hatte seinen traditionell linksliberalen Bundesstaat in den vergangenen Jahren umgekrempelt. Der Gouverneur strich staatliche Programme, senkte die Steuern und verschärfte die Abtreibungsgesetze.

Landesweit bekannt machte ihn aber vor allem sein Kampf gegen die Gewerkschaften, deren Rechte er stark einschränkte. Walker setzte die umstrittenen Reformen trotz Massenprotesten durch und überstand ein von seinen Gegnern angestrengtes Abwahlverfahren.


Jeb Bushs Aussenpolitik

5:04 min, aus Echo der Zeit vom 16.06.2015

Jeb Bush in der Pole-Position

Bei den Republikanern zeichnet sich ein harter Kampf um die Nominierung ab. Als aussichtsreichster Bewerber gilt Jeb Bush, der Mitte Juni offiziell in das Rennen eingestiegen war. Der frühere Gouverneur von Florida ist der Bruder von Ex-Präsident George W. Bush und Sohn von Ex-Präsident George H. W. Bush.

Zu den weiteren Konkurrenten gehören unter anderen die Senatoren Marco Rubio, Ted Cruz und Rand Paul. Erwartet wird zudem die Bewerbung von Ohios Gouverneur John Kasich.

Vietnam-Veteran und Kriegsgegner

Bei den Demokraten hat die frühere Aussenministerin und First Lady Hillary Clinton einen klaren Favoritenstatus. Ihre innerparteilichen Gegner sind der Senator Bernie Sanders, der ehemalige Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, und der frühere Senator und Ex-Gouverneur von Rhode Island, Lincoln Chafee.

Am Donnerstag erklärte auch der frühere Senator von Virginia, Jim Webb, seine Präsidentschaftsbewerbung. Der Vietnam-Veteran und Kriegsgegner ist wie die anderen Clinton-Herausforderer in Umfragen aber abgeschlagen.

Jim Webb

Bildlegende: Überraschender Kandidat auf demokratischer Seite: Jim Webb. Reuters

Kaum in Erscheinung getreten

Nach Angaben der «New York Times» kommt Webbs Kandidatur ein wenig überraschend. Er habe mit einem entsprechenden Komitee zwar früh Vorbereitungen für eine mögliche Kandidatur getroffen, sei seitdem aber kaum in Erscheinung getreten, schrieb das Blatt.

Die Vorwahlen beider Parteien beginnen Anfang kommenden Jahres, gekürt werden die Kandidaten auf Parteitagen im Sommer 2016. Präsident Barack Obama darf bei der Wahl im November 2016 nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.