Gezerre um Rücktritt des syrischen Oppositionschefs

Muas al-Chatib sollte die zerstrittenen Gegner des syrischen Machthabers Assad eigentlich einen. Nur vier Monate nach seinem Amtsantritt kündigte der Chef der oppositionellen Nationalen Koalition nun überraschend seinen Rücktritt an. Seine Weggefährten wollen ihn jedoch nicht ziehen lassen.

Moaz al-Chatib

Bildlegende: Sollte die zerstrittenen Oppositionsgruppen einen: Moaz al-Chatib Reuters

Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe hat den Rücktritt ihres Vorsitzenden Ahmed Muas al-Chatib abgelehnt. «Die Mitglieder der Generalversammlung der Nationalen Koalition nehmen diesen Rücktritt nicht an», teilte die Organisation mit.

Al-Chatib werde «aufgefordert, seine Arbeit als Präsident der Koalition wieder aufzunehmen». Er werde «die Koalition weiter führen», hiess es.

Enttäuscht vom Ausland

Al-Chatib hatte wenige Stunden zuvor nach nur vier Monaten im Amt überraschend seinen Rücktritt erklärt. Der moderate islamische Prediger äusserte sich enttäuscht über die Haltung der internationalen Gemeinschaft zu Syrien.

Zerstörung, Vertreibung, Verhaftungen und andere Tragödien reichten offensichtlich nicht aus für einen Entscheid, die den Syrern die Selbstverteidigung erlaube, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Syriens Opposition fordert seit langem Waffen vom Ausland.

Der Prediger hatte die heterogene Opposition seit November angeführt. Zuletzt war aus deren Reihen aber immer öfter Kritik an ihm zu hören. So hatte er sich gegen die Wahl des langjährigen US-Managers Ghassan Hitto zum neuen Übergangspremier in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten gestellt.