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Flüchtlingsroute Mittelmeer Gibt es im Schleppergeschäft eine Kooperation mit NGO?

Flüchtlinge in einem Rettungsboot.
Legende: Flüchtlinge vor der libyschen Küste. Keystone

Bei der Tragödie auf dem Mittelmeer sollen Nichtregierungsorganisationen (NGO) mit Menschenhändlern zusammenarbeiten. Der Vorwurf vom italienischen Staatsanwalt Carmelo Zuccaro wiegt schwer.

Nach ersten Behauptungen wird Carmelo Zuccaro konkret: «Ich bin in Besitz von Daten von Frontex und der italienischen Marine», sagte der Ermittler aus dem sizilianischen Catania in einer mehrstündigen Anhörung vor einer Kommission im italienischen Senat.

Der Staatsanwalt äusserte drei Hauptvorwürfe gegen einige NGO:

  • unbefugt in libysche Gewässer zu fahren.
  • Anrufe aus Libyen entgegenzunehmen, um möglicherweise die Aufnahme von Migranten zu arrangieren.
  • Funksender auszuschalten, um ihren Standort zu verbergen.

Bei seiner Behauptung stützt sich Zuccaro auf Daten EU-Grenzschutzagentur Frontex. Die Mission der EU übermittele im Rahmen alle Daten, die etwa über Schmuggler gesammelt werden, «automatisch und umgehend» an die italienische Polizei, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

MSF dementiert energisch

Dem widerspricht Loris De Filippi, der Präsident der Ärzte ohne Grenzen (MSF) Italiens energisch. Es gebe keine Beweise für solche Kooperationen. In Tat und Wahrheit würden private Hilfsorganisationen und staatliche Rettungskräfte eng zusammenarbeiten.

In den weitaus meisten Fällen würden die Rettungsschiffe der Ärzte ohne Grenzen von Rom aus aufgeboten, von der Einsatzzentrale der Küstenwache. Private Hilfsorganisationen würden also meist von einer staatlichen Behörde aufgefordert einzugreifen. Dass sich in die gut eingespielten Abläufe zwischen staatlichen und privaten Rettern Menschenschmuggler aus Libyen einschalten könnten, sei weder bewiesen noch wahrscheinlich.

Für die Ärzte ohne Grenzen besteht das Hauptproblem im Mittelmeer darin, dass die europäischen Staaten und die EU viel zu wenige Rettungsschiffe im Einsatz hätten. Weil nach wie vor tausende Menschen ertrinken, seien private Hilfsorganisationen eingesprungen. Obwohl das die Ärzte ohne Grenzen eigentlich gar nicht wollten.

Von den Justizbehörden, die diese Vorwürfe untersuchten, fordert De Filippi Vorsicht, Respekt, Zurückhaltung. Ohne jegliche Beweise auf Hilfsorganisationen zu zielen, sei schändlich.

19 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Schlüssiges Argumentarium. Nota bene, wir wussten schon lange, dass sie in lybische Gewässern fahren. Zwar etwas zu spät, doch ich finde eine Anklage gut. Als vierter Punkt sollte noch "Hilfe zum illegalen Grenzübertritt / Schleppertum" aufgenommen werden. Dies auch aus internationalen Gewässern.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Ist doch längst offensichtlich das da NGO's mitmischen. Es fragt sich nun auch, woher diese NGO's tatsächlich auch die finanziellen Mittel hat. Es hat längst kriminelle Zuege angenommen. Da dürfte man eigentlich nicht mehr wegschauen. Was da abläuft ist ein Verbrechen. Das hat mit humanitärer Hilfe rein gar nichts mehr zu tun.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Das habe ich mich gestern auch gefragt als ich das las, wo kommen die Mittel her um die Leute zu bezahlen. Aus unseren Spenden bestimmt nicht. Und ich spende dafür schon einige Zeit nichts mehr. Aber welche Länder sind das, da müsste man anfangen und da liegt auch das grosse Übel der Gummiboote, die gibts ja auch nicht vom lieben Gott.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Eine Reportage über ein "Rettungsschiff" aus D. hat aufgezeigt, dass 1. sie es aus eigenen Mitteln & 2. durch Spenden finanzieren. Nur wurde dabei nicht aufgezeigt, woher diese Spenden alle herkommen. Darüber schweigt man sich aus. Aber die guten Linken u. a. auch in der Schweiz, fordern ja immer diese Transparenz über Spendengelder ein. Weshalb macht man es nicht bei diesen "Rettungsbooten"?
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Die organisierte Kriminalität muss da zwingend mitmischen,ansonsten ein Verlust des durch Repression und Mord erarbeiteten Respekts verlorenginge. Die Mafia,die jedes Dorf und jede Pfarrei kontrolliert,wird auch die Küsten unter Kontrolle haben.Den diversen NGOs ist das egal,Hauptsache Abenteuertourismus und Helfersyndrom werden fremdfinanziert.
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