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International Gleichstellung: Nicaragua und Ruanda vor der Schweiz

Die Schweiz musste gleich zwei Ränge einbüssen in der neuen Gleichstellungs-Rangliste des WEF. Nicaragua, Ruanda, Irland, die Philippinen und Belgien konnten sich vor der Schweiz positionieren. Spitzenplätze belegen nordischen Staaten.

Legende: Video Beispiele aus dem Global Gender Gap Report 2014. (Video: YouTube/World Economic Forum) abspielen. Laufzeit 02:14 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.10.2014.

Schweiz hat auf der weltweiten Gleichstellungs-Rangliste zwei Plätze eingebüsst und ist nicht mehr unter den Top 10. An der Spitze verortet der Global Gender Gap Report 2014 des World Economic Forum (WEF) Island, Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark.

Die Schweiz liegt im aktuellen Bericht auf Platz 11. Sie fällt im Vergleich mit anderen Ländern zurück, weil diese rascher voranschreiten. Ausserdem wurden neue Länder in die Bewertung einbezogen. Schlusslicht ist wiederum der Jemen.

Im ersten Global Gender Gap Report im Jahr 2006 belegte die Schweiz Platz 26. Damit gehört sie zu den Ländern im Index, die sich seitdem am meisten verbessert haben, wie das WEF mitteilte. Besonders beim Kriterium der politische Partizipation von Frauen bekommt die Schweiz gute Noten. «Die Situation der Frauen in poltischen Exekutivpositionen hat sich verbessert», konstatiert Helena Trachsel, Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich.

Beim Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht sie dennoch Nachholbedarf. Bei den erstplatzierten Ländern aus Skandinavien könne man schauen wie es geht. Familie hätten dort eine grössere Freiheit, eine gemeinsame Regelung bezüglich Familie und Beruf zu finden, sagt Trachsel.

Vor der Schweiz konnten sich im laufenden Jahr ausser den nordischen Staaten auch Nicaragua, Ruanda, Irland, die Philippinen und Belgien positionieren.

Der Global Gender Gap Index listet 142 Länder hinsichtlich der Geschlechterkluft im Gesundheits- und Bildungsbereich sowie nach ökonomischen und politischen Kennzahlen auf.

Global Gender Gap Report 2014

RangLänder
1Island
2Finnland
3Norwegen
4Schweden
5Dänemark
6 Nicaragua
7Ruanda
8Irland
9Philippinen
10Belgien
11Schweiz
12Deutschland
..
16Frankreich
24Österreich
69Italien
142 (letzter Rang)Jemen

Lücke schliesst sich sehr langsam

Bei der Gleichstellung von Frauen am Arbeitsplatz gab es in den vergangenen neun Jahren nur eine geringfügige Verbesserung. So lag das geschlechterspezifische Gefälle hinsichtlich wirtschaftlicher Beteiligung und Chancengleichheit im ersten Global Gender Gap Report 2006 bei 56 Prozent weltweit. Aktuell sind es 60 Prozent.

Wenn sich diese Entwicklung so fortsetzt, wird es noch 81 Jahre dauern bis zu Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz, wie es in einer Mitteilung des WEF heisst. Am kleinsten ist die Geschlechterkluft bei Gesundheit und Lebenserwartung. Hier wurde sie zu 96 Prozent geschlossen, in 35 Ländern vollständig.

«Die Gleichstellung der Geschlechter ist offensichtlich aus wirtschaftlichen Gründen notwendig. Nur Volkswirtschaften, die vollen Zugang zu ihren Talenten haben, bleiben wettbewerbsfähig und werden wachsen», wird WEF-Gründer Klaus Schwab in der Mitteilung zitiert. Noch wichtiger sei jedoch, dass es bei der Geschlechtergleichstellung um Gerechtigkeit gehe.

Weltkarte der Gleichstellung

Die Gleichstellung der Geschlechter bewegt die Welt. Welche Länder wie dabei abschneiden zeigt diese Karte.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von D. Schmidel, St. Gallen
    Ich glaube, unsere Frauen gönnen es den Frauen von Nicaragua und Ruanda von Herzen, dass es denen besser geht als unseren Frauen. Nächstes Jahr kommt dann vielleicht noch Nordkorea dazu.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Wenn ich schon nur den Namen höre "Gleichstellung", das tönt so gekünstelt. Wie auf der Kegelbahn, wo die Puppen wieder aufgestellt werden. Oder dachte der Schöpfer dieses Wortes an den "Homo erectus", den Vorgänger der Neandertaler? Oder an die Errektion des Mannes. Oder dachte man an "Gleichschaltung"? "Gleichstellung" ist ein liebloses Wort, verbissen, eine Kampfmaschine.
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  • Kommentar von Patrick Biegel, Santa Cruz
    Es werden wieder Äpfel mit Birnen verglichen! Wenn in einem Land Männer und Frauen 1USD verdienen, keine med. Versorgung geniessen, könnten ein Geschäft eröffnen oder könnten studieren (wenn sie es bezahlen könnten), dann landet das Land auf Platz 1. Männer und Frauen werden gleich behandelt und haben trotzdem nichts! Es muss nach Einkommensgruppe unterteilt werden (Report Seite 16), sonst macht es keinen Sinn. Gibt es eine Frau in der CH, die glaubt, in Ruanda hätte sie bessere Möglichkeiten?
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    1. Antwort von Chen To, Baden
      Das müssen Sie mir jetzt genauer erklären.. Island, Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark führen diese "Rangliste" an.
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    2. Antwort von Patrick Biegel, Santa Cruz
      @Chen To: Was ganau möchten Sie denn erklärt haben? Die von Ihnen genannten Länder (Island, Finland etc) sind wenigstens einigermassen mit der Schweiz vergleichbar. Es scheint mir auch wirklich plausibel, dass diese Länder in der Rangliste vor der Schweiz kommen, aber überprüft habe ich es nicht. Bei Uganda und Nicaragua scheint mir ein Überprüfen nicht einmal nötig, da man eben nur gleichartige Dinge vergleichen sollte...
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    3. Antwort von Patrick Biegel, Santa Cruz
      @Chen To: Es läuft noch lange nixht alles so wie es ursprünglich geplant wurde... Sehen Sie auch folgenden Link: www.dw.de/zwischen-tradition-und-aufbruch-die-rolle-der-frau-in-ruanda/a-2180632 Ich bin wahrlich kein "Feminist", aber eine solche Rangliste ist einfach Schwachsinn!
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