Zum Inhalt springen

Anschlag In Istanbul Gouverneur von Istanbul: «Attentäter hat gestanden»

Die Ereignisse überschlagen sich. Vor wenigen Stunden haben türkische Medien die Verhaftung des Attentäters von Istanbul verkündet. Jetzt meldet der Gouverneur der Stadt, der Verhaftete habe gestanden.

Legende: Video Istanbul-Attentäter gefasst abspielen. Laufzeit 1:13 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Gouverneur von Istanbul hat das Schuldeingständnis des mutmasslichen Attentäters vor Medien verkündet.
  • Der Mann war zuvor im Istanbuler Stadtteil Esenyurt auf der europäischen Seite der Metropole festgenommen worden.
  • Beim Festgenommenen soll es sich um einen kirgischen Staatsbürger handeln, der ursprünglich aus Usbekistan stammt.
  • Beim Anschlag auf den Club «Reina» in der Silvesternacht starben 39 Menschen.

Der Gouverneur von Istanbul verkündet das Schuldeingeständnis eines nur wenige Stunden zuvor verhafteten Verdächtigen. «Der Terrorist hat seine Tat gestanden», sagt Vasip Sahin in Gegenwart der Medien.

Zwei Wochen nach dem Anschlag auf einen Istanbuler Nachtclub ist der mutmassliche Attentäter laut Medienberichten gefasst worden. Die türkische Polizei nahm den Mann offenbar am Montagabend in einer Wohnung im Istanbuler Stadtteil Esenyurt fest.

Nur wenige Stunden danach zitieren türkische Medien den Stadt-Gouverneur von Istanbul. Laut Vasip Sahin sei der Mann Usbeke und in Afghanistan für seinen Einsatz trainiert worden. Inzwischen habe der Verhaftete seine Tat gestanden. «Er ist ein gut trainierter Terrorist», sagte Sahin vor Journalisten.

Waffen und Geld sichergestellt

Rund 2000 Polizisten sowie Mitarbeiter des türkischen Geheimdiensts MIT waren daran beteiligt, wie Sahin sagte. Insgesamt seien seit dem Attentat vor gut zwei Wochen mehr als 150 Adressen durchsucht und 50 Verdächtige festgenommen worden.

Laut Sahin wurden in der Wohnung in Esenyurt 197'000 Dollar sowie zwei Waffen und Magazine beschlagnahmt. Er dementierte Medienberichte, wonach der vierjährige Sohn des Verdächtigen mit in der Wohnung gewesen sei. Sahin sagte auch, der Verdächtige sei «illegal in die Türkei» über die östliche Grenze eingereist.

Zusammen mit dem Mann wurden drei Frauen aus Ägypten, Senegal und Somalia festgenommen sowie ein Kirgise, in dessen Wohnung der mutmassliche Attentäter lebte. Türkische Medien veröffentlichten Bilder, auf denen er mit Blut im Gesicht und auf dem T-Shirt zu sehen war, während ein Polizist ihn am Hals packt. Das Fernsehen zeigte, wie er mit gebeugtem Kopf abgeführt wurde.

Falle für mögliche Komplizen

Zu dem Anschlag auf den schicken Nachtclub am Bosporus mit 39 Toten hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Es war das erste Mal, dass sich die Extremistengruppe zu einem grossen Anschlag in der Türkei bekannte, auch wenn ihr bereits mehrere Attentate zugeschrieben worden waren. Es ist auch sehr selten, dass ein IS-Attentäter lebend gefasst wird.

Türkischen Medienberichten zufolge wurde der Verdächtige bereits seit drei Tagen observiert, doch hätten die Sicherheitskräfte mit dem Zugriff abgewartet, um mögliche Komplizen zu identifizieren. Der Attentäter soll zuvor für den IS in Syrien gekämpft haben und bei dem Anschlag, bei dem vor allem arabische Touristen getötet worden waren, daher sehr professionell vorgegangen sein.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Osman Erdogan (Schuldanallem)
    Schon interessant wie die Abneigung ggü. der Türkei absurde Kommentare hervorbringt. Der Attentäter wurde auf dem Weg in den Club von unzähligen Überwachungskameras erfasst, er nahm meines Wissens einen Taxi zum Tatort, also ist die Wahrscheinlichkeit, das es der tatsächliche Täter ist sehr hoch. Nun, wenn die Polizei ihn mit den Beweisen konfrontiert, was gibt es aus seiner Sicht noch zu verleugnen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Hat man ihm die Naegel gezogen....? Oder einfach dem Bauernopfer ein Gestaendnis zugeordnet.. von den Schergen verfasst.. FAUL FAULER AM FAULSTEN
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Mag sein, dass die offizielle Türkei eine erfundene Story präsentiert, ich weiss es nicht. Nur frage ich mich, wer hier alles die Story vom LKW-Fahrgenie (keine Erfahrung im Führen moderner LKW, ausserordentlich bizarre, wenn nicht physikalisch unmögliche Fahrroute) Amri glaubt, der dummerweise wie alle anderen Terroristen aus dem arabischen Raum seine Papiere liegen lässt und den dasselbe Schicksal ereilt, wie andere aus diesem Raum, dass er nämlich erschossen statt gestoppt wird?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen