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International Greenpeace besetzt französisches Atomkraftwerk

Mitglieder von Greenpeace sind auf das Areal des AKW Tricastin vorgedrungen, um gegen die Atomenergie zu protestieren. Minister verlangen nun schärfere Sanktionen.

Legende: Video Protest-Aktion in AKW abspielen. Laufzeit 0:19 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 15.07.2013.

Am frühen Morgen sind Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace in das Areal des französischen Atomkraftwerk Tricastin eingedrungen. Laut des Kraftwerkbetreibers EDF handelte es sich um rund 30 Demonstranten. Sie kletterten auf die Bauten, welche die Reaktoren umgeben, und brachten dort Transparente an. 21 Aktivisten wurden nach Angaben von EDF festgenommen.

Nicht im Hochsicherheitsbereich

Mit Sprüchen wie «Tricastin: Atomunfall» protestieren die Aktivisten gegen die Atomenergie und wollen auf die Sicherheitsprobleme in den Kraftwerken aufmerksam machen.

Laut den Behörden gelang es den Aktivisten nicht, in den Hochsicherheitsbereich des Kraftwerts vorzudringen.

Das AKW Tricastin liegt am Ufer der Rhône, gut 60 Kilometer nördlich von Avignon. Das Kraftwerk ist seit den 80er Jahren in Betrieb. Nach Einschätzung von Greenpeace gehört Tricastin zu den fünf «gefährlichsten Atomanlagen» Frankreichs. Sie sei wie die in Fessenheim in der Nähe von Basel «am schlechtesten gegen Naturkatastrophen oder terroristische Angriffe geschützt».

MItglieder von Greenpeace klettern über einen Zaun.
Legende: Die Greenpeace-Aktivisten beim Eindringen in das Areal des Atomkraftwerks Tricastin im Südosten Frankreichs. Greenpeace

In Zukunft weniger Atomstrom

Frankreich verfügt über 58 Reaktoren und ist damit weltweit die Nummer zwei hinter den USA, was die Anzahl AKWs betrifft. Präsident François Hollande möchte den Anteil des Atomstroms am Energiemix bis 2025 von aktuell drei Viertel auf 50 Prozent zurückfahren. Um dieses Ziel zu erreichen, soll unter anderem das AKW Fessenheim stillgelegt werden. Umweltschützern geht diese Massnahme aber zu wenig weit.

Forderung nach harten Strafen

Innenminister Manuel Valls und Ökologieminister Philippe Martin haben härtere Sanktionen gegen das illegale Betreten von Atomanlagen verlangt.

Zudem müsse die Sicherheit der AKW höchste Priorität haben. Zurzeit werden die französischen Atomanlagen von 20 Spezialtruppen der Polizei bewacht.

1 Kommentar

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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Da der aktuelle Fall in der Schweiz, dass es sich nicht verhintern laesst, dass Jahr fuer Jahr die AKWs Radioaktivitaet an Fluesse wie die Aare und den Rhein abgeben, und das auch in Frankreich und Deutschland so sein wird, muss ich Greenpeace recht geben, und werde diese Orginisation per Sofort mit Unterstuetzen, gegen den Kampf der AKW's. Es kann nicht sein, dass die Politik das einfach akzeptiert und nichts dagegen tun, und die Bevoelkerung nicht schuetzen. So nicht, jetzt ist Schluss...
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