Griechen wollen ein Euroland bleiben

Drei von vier Griechen wollen, dass Griechenland im Euroraum bleibt. Aus diesem Grund wünschen sie sich auch eine Einigung der Regierung in Athen mit der EU, wie eine Umfrage einer Traditionszeitung zeigt. Das Blatt schreibt weiter, Finanzminister Varoufakis könnte abgelöst werden.

EU-Fahne weht neben zwei Griechenfahnen

Bildlegende: Die EU-Fahne soll bleiben: Ein Alleingang ist für die Mehrheit der Griechen keine Option. Reuters

Die griechische Traditionszeitung der politischen Mitte, «To Vima», befragte in einer repräsentativen Umfrage die Bevölkerung unter anderem zu ihrem Verhältnis zu Europa. Resultat: Die grosse Mehrheit (72,9 Prozent) der Griechen will im Euroraum bleiben.

Deshalb wünschen sich 71,9 Prozent eine Einigung der Regierung in Athen unter Premier Alexis Tsipras mit den Geldgebern in Europa. Die repräsentative Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut Kapa Research am 21. und 22. April durch.

Soll Varoufakis abgesetzt werden?

Derweil verdichten sich nach Informationen griechischer Medien die Gerüchte, dass Finanzminister Gianis Varoufakis bald ersetzt werden könnte. Varoufakis habe «jede Glaubwürdigkeit verloren», schreibt die Athener Wochenzeitung «To Vima». Während der Tagung der Eurogruppe am Freitag in Riga sei klar geworden, dass Varoufakis einmal mehr «unvorbereitet» vor seinen Kollegen erschienen und völlig isoliert sei.

«Wir wissen nicht, ob der Ministerpräsident ihn ‚opfern‘ wird», in der Hoffnung, das Land zu retten, heisst es im Kommentar der Zeitung. Die Frage laute eigentlich, ob Tsipras selbst begreife, wie ernst die Situation im Land ist.

Syriza geniesst Vertrauen

Die Regierungspartei Syriza würde laut der repräsentativen Umfrage Wahlen klar mit 36,9 Prozent gewinnen - sollten sie jetzt stattfinden. Die oppositionelle Nea Dimokratia (ND) kommt auf nur 21,7 Prozent der Stimmen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Noch keine Einigung mit Eurogruppe

    Aus Tagesschau vom 24.4.2015

    Von einer Einigung zwischen Griechenland und der Eurogruppe ist man noch weit entfernt. An ihrem Treffen in der lettischen Hauptstatt Riga verlangen die Finanzminister von Athen endlich verbindliche Reformschritte, sonst bleibt die nächste Tranche von Hilfsgeldern blockiert.