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International Griechenland-Poker: Das Protokoll vom Donnerstag

Die Gespräche zur Rettung Griechenlands vor der Pleite werden sich bis ins Wochenende hinziehen. Die Euro-Finanzminister wollen sich nach ergebnislosen Verhandlungen am Samstag wieder treffen.

Dijsselbloem legt seine Hand zur Begrüssung um Varoufakis Schulter.
Legende: Bleiben trotz ergebnislosem Treffen dran: Der griechische Finanzminister Varoufakis und Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem. Keystone

Griechenland-Krise: Das Wichtigste in Kürze

  • Auch nach einer erneuten Verhandlungsrunde der Euro-Finanzminister gibt es noch keine Einigung zwischen der griechischen Regierung und den Geldgebern. Die Finanzminister der Euro-Länder wollen sich am Samstagmorgen erneut treffen.
  • Griechenland war im Anschluss an das Treffen der Euro-Gruppe nochmals ein Thema beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU. Diese betonten, dass die Verhandlungen von den Euro-Finanzministern geführt werden müssten. Deshalb ist vorerst kein weiteres Treffen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder geplant.

Der Ticker ist abgeschlossen

  • 21:53

    Ein weiterer Tag ohne Ergebnisse geht zu Ende

    Ernüchterndes Fazit: Die Euro-Finanzminister konnten sich nicht einigen, den EU-Staats- und Regierungschefs waren somit beim anschliessenden Gipfel vorweg die Hände gebunden. Die Hoffnungen liegen nun also auf dem nächsten Treffen der Euro-Finanzminister, welches für Samstag angekündigt wurde. Hiermit schliessen wir den Liveticker für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

  • 20:40

    Einschätzungen aus Athen von SRF-Korrespondent Werner van Gent

    SRF-Korrespondent Werner van Gent berichtet, dass die Nerven in Athen blank liegen. Immer wieder habe man im Verlaufe des Tages vernehmen können, die Gläubiger würden Griechenland erpressen. Weiter heisse es in Athen, die Gläubiger hätten eine eigene Agenda: Ihr wahres Ziel sei die Regierung Tsipras zu stürzen. Deshalb würden die Anforderungen immer wieder verschärft, so laute eine weit verbreitete Meinung in Athen weiter.

    Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondent Werner van Gent abspielen. Laufzeit 0:57 Minuten.
    Vom 25.06.2015.
  • 20:36

    Vier EU-Staaten sollen Einlenken Griechenlands gefordert haben

    Die Regierungschefs der Niederlande, Finnlands, der Slowakei sowie des Nicht-Euro-Landes Bulgarien hätten von Tsipras im Rahmen des EU-Gipfels verlangt, das Kompromissangebot der internationalen Geldgeber anzunehmen.

    Nach Angaben von EU-Diplomaten verlangte Tsipras dagegen, dass eine Lösung im Schuldenstreit von den Europäern und nicht vom IWF gefunden werden müsse.
    Dem habe EU-Ratspräsident Donald Tusk widersprochen, sagten mehrere Diplomaten. Er habe betont, dass die Diskussionen über ein Reformprogramm auf technischer Ebene geführt werden müssten. Deshalb seien die Verhandlungen mit den drei Institutionen (IWF, EZB und Europäische Kommission) der richtige Ort. Auch Bundeskanzlerin Merkel betonte den Angaben zufolge, dass der Europäische Rat für die Debatte der falsche Ort sei. Mehrere anderen Staats- und Regierungschefs hätten sich dem angeschlossen.

  • 20:28

    Vorerst keinen weiteren Euro-Gipfel der Staats- und Regierungschefs

    «Es wird weder heute noch morgen einen Euro-Gipfel geben», sagte ein EU-Diplomat am am Rande des regulären Treffens aller 28 Staats- und Regierungschefs der EU. Die Gipfelteilnehmer wurden dem Diplomaten zufolge vom Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, über den Verhandlungsstand unterrichtet. Die Griechenland-Debatte, die im offiziellen Programm nicht vorgesehen war, habe rund zwei Stunden gedauert, sagte der Diplomat weiter. Zu inhaltlichen Fragen gab es angeblich keine Diskussionen, vielmehr sei über den weiteren Fortgang in der Krise geredet worden. «Die Eurogruppe ist das Forum für Entscheidungen», betonte der Diplomat. Umso mehr dürfte das für Samstagmorgen anberaumte Treffen der Euro-Finanzminister zur nächsten wichtigen Etappe im griechischen Schuldenstreit werden.

  • 19:24

    Martin Schulz: «Einigung unter vernünftigen Menschen möglich»

    Eine Einigung ist nach Ansicht von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz «unter vernünftigen Menschen relativ zügig möglich.» Sein Eindruck sei, dass sich der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras bis zur letzten Sekunde um einen Kompromiss bemühen werde.

  • 18:54

    Die harte Hand der Christine Lagarde

    Der Internationale Währungsfond zeigt sich gegenüber den griechischen Reformvorschlägen wenig kompromissbereit. Trägt seine Direktorin Christine Lagarde dem griechischen Ministerpräsident einen verbalen Ausrutscher nach? Oder kommt es am Ende doch noch zu einem Kompromiss? Warum die Institution aus gutem Grund um ihren guten Ruf fürchtet.

  • 18:22

    Schweizer Börse reagierte auf Griechenland-Poker

    Die Nervosität wegen des Griechenland-Pokers war den ganzen Handelstag über mit Händen greifbar. Die Investoren legten jede der zum Teil widersprüchlichen Aussagen von Verhandlungsteilnehmern auf die Goldwaage. Nur eine Nebenrolle spielten in diesem Umfeld die neusten Konjunkturdaten aus den USA, welche von Analysten positiv aufgenommen wurden. Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,40% tiefer bei 9'045,32 Punkten.

  • 18:19

    IWF beharrt auf 30. Juni

    Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat bekräftigt, Griechenland keinen Aufschub für die am Dienstag fällige Ratenzahlung zu gewähren. Es sei seit langem die Regel beim IWF, «Zahlungsfristen nicht zu verlängern», sagte der Sprecher Gerry Rice in Washington. Sollte Athen am 30. Juni nicht die fälligen rund 1,6 Milliarden Euro überwiesen haben, sei das Land «unmittelbar im Zahlungsrückstand», sagte Rice.

  • 18:10

    Mehrwertsteuer und Renten als Streitpunkte

    Gemäss EU-Währungskommissar Pierre Moscovici sind Mehrwertsteuer und Renten unverändert die Streitpunkte in den Verhandlungen mit Griechenland. Zudem werde weiter diskutiert, wie das schuldengeplagte Land seine Haushaltsziele erreiche. Ein EU-Vertreter kündigte das nächste Treffen der Euro-Gruppe für Samstagmorgen an.

  • 18:07

    Varoufakis betont Mangel an Übereinstimmung

    Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis äusserte sich nach dem ergebnislosen Treffen der Euro-Gruppe. Dabei betonte er, dass hauptsächlich zwei Dokumente besprochen wurden: Die Reformvorschläge Griechenlands und jene der «Institutionen» (Europäische Kommission, EZB, IWF). Interessanterweise hätten gewisse Kollegen gegen beide Vorschläge Einwände geäussert. In einem nächsten Schritt würden die «Institutionen» nun nochmals beide Dokumente anschauen. Sie würden dabei mit der griechischen Regierung im Kontakt bleiben.

    Legende: Video «Institutionen schauen sich beide Dokumente an» abspielen. Laufzeit 0:58 Minuten.
    Vom 25.06.2015.
  • 17:29

    IWF betont «gemeinsame Position» der Geldgeber

    Der Internationale Währungsfonds (IWF) zieht nach eigenen Angaben im Schuldenstreit mit Griechenland mit den europäischen Gläubigern an einem Strang. Der IWF, die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission hätten in den Verhandlungen am Donnerstag eine gemeinsame Position vertreten, sagte ein Sprecher. Zuerst müssten Reformen vereinbart und umgesetzt werden. IWF-Chefin Christine Lagarde ergänzte, es werde weiter mit Griechenland an einer Lösung gearbeitet.

  • 17:08

    Finnischer Finanzminister: «Euro-Gruppe später zurück, aber nicht heute»

    Der finnische Finanzminister Alexander Stubb kommentierte das erneut ergebnislose Treffen der Euro-Finanzminister auf Twitter. Er nannte keinen genaueren Termin hinsichtlich einem nächsten Treffen. Laut Diplomaten soll sich die Euro-Gruppe erneut am Samstag treffen. Die griechische Regierung und die internationalen Geldgeber würden nun weiterverhandeln, schrieb der finnische Ressortchef weiter.

  • 16:51

    Gespräche über Griechenland-Rettung ziehen sich bis ins Wochenende hin

    Die Gespräche zur Rettung Griechenlands vor der Pleite werden zumindest bis und mit Samstag andauern. Die Euro-Finanzminister wollen sich nach ergebnislosen Verhandlungen am Samstag wieder treffen. Dies berichteten Diplomaten in Brüssel.

  • 16:42

    Sitzung der Euro-Finanzminister ist beendet – erneutes Treffen am Samstag?

    Die Sitzung der Finanzminister der Euro-Gruppe ist beendet, wie ihr Chef Jeroen Dijsselbloem mitteilt. Der EU-Gipfel werde über den Stand der Verhandlungen unterrichtet. Ein EU-Vertreter kündigte an, das nächste Treffen der Euro-Gruppe
    sei für Samstagmorgen anberaumt.

  • 16:36

    Renzi rechnet erst nach EU-Gipfel mit Lösung

    Auch Italiens Regierungschef Matteo Renzi hat sich nochmals kurz zur Situation geäussert. Er rechne mit einer Lösung im Schuldenstreit - aber nicht im Laufe des EU-Gipfels, sondern erst kurz nach dem Treffen der Staats- und Regierungschefs.

  • 16:34

    Tsipras nach wie vor optimistisch

    Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hat sich vor dem Gipfel des Europäischen Rates erneut optimistisch über eine mögliche Einigung im Streit mit den internationalen Geldgebern geäussert. «Die Europäische Geschichte ist voll von Verhandlungen, Uneinigkeiten und schliesslich Kompromissen. Nach den umfassenden griechischen Vorschlägen bin ich zuversichtlich, dass wir einen Kompromiss erreichen, der der Eurozone und Griechenland hilft, die Krise zu überwinden», sagte Tsipras. Auf die Frage, ob es eine Verhandlungsbasis gebe, fügte Tsipras an: «Ja, es gibt eine Basis, eine gute Basis.»

    Legende: Video Tsipras: «Zuversichtlich, dass wir einen Kompromiss erreichen» abspielen. Laufzeit 0:30 Minuten.
    Vom 25.06.2015.
  • 16:28

    EZB hält griechische Banken weiter über Wasser

    Griechenlands angeschlagene Banken bleiben am Geldtropf der Europäischen Zentralbank (EZB). Der EZB-Rat gab laut der Nachrichtenagentur Reuters grünes Licht für die weitere Vergabe von Notkrediten an die griechischen Banken. Die Obergrenze für die Geldspritzen von inzwischen rund 89 Milliarden Euro sei aber nicht erhöht worden.

  • 16:14

    François Hollande: «Eine Einigung ist möglich, eine Einigung ist nötig»

    Auch Frankreichs Präsident François Hollande hat vor Beginn des Gipfels des Europäischen Rates nochmals Stellung bezogen. Er forderte die Griechenland-Unterhändler auf, endlich zu einer Einigung über ein Rettungspaket zu gelangen. «Eine Einigung ist möglich, eine Einigung ist nötig. Es hat noch Meinungsverschiedenheiten, die bestehen. Wir müssen die Unterhändler arbeiten lassen. Griechenland hat keine Zeit mehr», sagte Hollande. Hollande führte weiter aus, dass man sich zwar im Ziel einig sei, aber nicht darin, mit welchen Reform-Massnahmen man das Ziel erreichen wolle.

    Legende: Video Hollande: «Einigung ist möglich, Einigung ist nötig» abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
    Vom 25.06.2015.
  • 16:04

    «Europäischer Rat wird sich nicht in diese Verhandlungen einmischen»

    Bundeskanzlerin Angela Merkel bemängelte vor Beginn des Gipfels der Europäischen Staats- und Regierungschefs «Rückschritte» bei den Griechenland-Verhandlungen. Merkel mahnte Griechenland, die Verhandlungen mit den Geldgebern fortzusetzen. «Der Europäische Rat wird sich nicht in diese Verhandlungen einmischen», stellte Merkel klar. Es sei Sache der Euro-Finanzminister und vor allem der drei Institutionen (IWF, EZB und EU-Kommission), Vorschläge für eine Lösung zu machen. Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs hat um 16.00 Uhr begonnen. Für weitere Beratungen zur Griechenland-Frage will der Europäische Rat erst die Resultate der nun gleichzeitig laufenden Verhandlungen der Euro-Finanzminister abwarten.

    Legende: Video Angela Merkel: «Noch nicht notwendigen Fortschritt gemacht» abspielen. Laufzeit 0:58 Minuten.
    Vom 25.06.2015.
  • 15:37

    Die Vorschläge der Geldgeber

    Bei ihren Beratungen zu Griechenland liegen den Finanzministern der Eurogruppe angeblich zwei Papiere vor. Weil sich Griechenland und die Geldgeber offenbar zuvor nicht einigen konnten, sollen beide Seite eigene Vorschläge eingereicht haben. Jene der Gläubiger sind online inzwischen aufgetaucht. Die konservative Athener Zeitung «Kathimerini» hat sie hier veröffentlicht, Link öffnet in einem neuen Fenster.

    Auszug aus dem Papier der Gläubiger, veröffentlicht von «Kathimerini»
    Legende: Auszug aus dem Papier der Gläubiger, veröffentlicht von «Kathimerini» SRF

35 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach, Luzern
    Ausgerechnet GR, die Geburtsstätte Europas, der Demokratie u. Politik! Zufall, Schicksal, Vorsehung? Die Römer haben bereits vor ca. 2300 Jahren dieser illusionären Vision ein Ende gesetzt. Und nun ist es wieder so weit. Die „Troika“ Brüssel, EZB, IWF haben immer noch die Idee, dass man mit Krediten (aus dem Lateinischen = Treu u. Glauben) unendliches Wirtschaftswachstum erzeugen kann. Zuerst Lehman Brs.-USA, nun GR-EU. Der Dominoeffekt ist in vollem Gang. Rette sich wer kann! CH? Aufpassen!
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  • Kommentar von P. Stalder, Luzern
    Wie die History beweist, gab es schon unzählige Staaten welche ohne Kriegseinfluss pleite gingen -und die Schulden nie bezahlten. Z.B. Brasilien: 1898, 1902, 1914, 1931, 1937, 1961, 1964, 1983. Oder eben Griechenland: 1843, 1860, 1893, 1932, 2012. Neu ist, dass dank der EU-Diktatur die Griechenland-Pleite seit 2012 immer und immer grösser wird und noch lange nicht aufhören wird...
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    1. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      Neu ist nur die gemeinsame Währung, der €. Diese Währung wollten die Griechen unbedingt, weil die Drachme eine Ramschwährung war
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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Ich musste schon sehr alt werden bis ich begriff, in der Politik gewinnt fast immer der sturere. Anständig aber stur scheint zum Erfolg zu führen. Schon seltsam aber so ist es. Nicht der klügere gibt nah und der Esel bleibt Staa. Nein Stur, Punkt.
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    1. Antwort von hpdietrich, gümligen
      Fragt sich nur welche Seite stur ist? Man könnte das von beiden Seiten behaupten, kommt darauf an auf welcher man steht. Könnten auch das vom "längeren Hebel" ins Spiel bringen und das sind eindeutig die Geldgeber.
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