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International Griechenland überweist fällige Kreditrate nicht

Griechenland ist als erstes Industrieland beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Zahlungsverzug geraten. Über den Zahlungsaufschub, den die griechische Regierung gefordert hat, will der IWF später beraten.

Legende: Video Situation nach unbeglichener Kreditrate abspielen. Laufzeit 1:47 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.07.2015.

Die fällige Kreditrate von rund 1,6 Milliarden Euro sei am Dienstag nicht eingegangen, teilte der Internationale Währungsfond (IWF) in Washington mit.

Die griechische Regierung unter Alexis Tsipras hatte schon vor einigen Tagen angekündigt, die Kreditrate nicht zahlen zu können. Weil die Eurogruppe am Samstag eine Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland abgelehnt hatte, fehlen dem Staat die nötigen finanziellen Mittel.

Zahlungsausfall noch kein Staatsbankrott

Unmittelbare Konsequenzen drohen Athen offenbar vorerst nicht. Die grossen Ratingagenturen haben angekündigt, den Zahlungsausfall nicht als Staatsbankrott werten zu wollen. Dies, da es sich um einen öffentlichen Kredit handelt und keine privaten Gläubiger involviert sind.

Wenige Stunden vor Ablauf der Frist hatte Griechenland den IWF noch um einen Zahlungsaufschub gebeten, wie Vize-Premier Yannis Dragasakis im staatlichen Fernsehen erklärte. Ein Sprecher des Währungsfonds bestätigte, dass ein solcher Antrag eingegangen sei. Man werde «zu gegebener Zeit» darüber beraten.

Geldgeber lehnen neues Hilfsprogramm ab

Am Vortag hatte es für kurze Zeit noch so ausgesehen, als könnte es doch noch zu einer Lösung im festgefahrenen Schuldenstreit kommen. Zunächst hatte es Vorstösse der Geldgeber gegeben, die Griechen doch noch zu einem Einlenken zu bewegen. Am Nachmittag schliesslich kam aus Athen die Bitte um ein drittes Hilfsprogramm. Diese wies die Eurogruppe nach einer Telefonkonferenz am Abend aber zurück.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Griechenland ist nicht mal im Entfernstesten ein Industrieland - genau deshalb sind sie heute in diesem Schlamassel. Das Land produziert ausser ein paar Landwirtschaftsprodukten so gut wie nichts. Das einzige Standbein der griechischen Wirtschaft ist der Tourismus. Dazu kommt noch die vom Berner Professor Harris Dellas als «sowjetische Mentalität» kritisierte Einstellung seiner Landleute («In Griechenland macht man nicht durch Leistung Karriere», Der Bund, 27.6. 2015), die das Land lähmt.
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Alles klar.Wenn Griechenland praktisch politisch,d.h.demokratisch entmündigt ist,seine(politische)Selbstbestimmung verloren hat,stellt es für die EUSA,NATO auch kein geopolitisches Risiko-Potential mehr dar.(Mit Zypern das Gleiche?)Daher pfeift der Wind.Toll!Reiner Machtkampf,Kriegerlis,Beherrschung,Unterdrückung,Bevormundung wie eh und je.Technischer Fortschritt,ja,vielleicht.Geistiger,menschlicher Fortschritt,wo bleibt er?Zukunft Mensch?Ein Roboter?
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    1. Antwort von Walter Starnberger, Therwil
      Keineswegs, A. Käser, Griechenland muss lediglich sein eigenes Geld drucken, dann ist sofort die volle Selbstbestimmung da. Den Euro können sie ja behalten, mit dem können sie problemlos weiterwirtschaften. Wie beispielsweise hier in der Schweiz, wir können ja auch Euros am Bankomaten beziehen und an vielen Orten damit bezahlen.
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  • Kommentar von Marc Hofer, Birsfelden
    Die griechische Regierung kann man nur noch mit einem Junkie vergleichen, der nach jedem Schuss verspricht das geliehene Geld morgen zurück zu geben. Tsipras und Varoufakis haben nicht nur die EU verarscht/belogen, sondern auch das eigene Volk. Es ist absehbar was folgen wird. Sie werden, infolge Inkompetenz, zurücktreten und einer neuer Regierung platz machen müssen. Diese erhält dann wieder von der EU 100 Tage Schonfrist und das Karusselspiel kann von vorne beginnen.
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      Die griechische Regierung hat genau das gemacht, wofür sie gewählt worden ist, M.Hofer. Die Griechen wollten eine Regierung, die sich dem Spardiktat der Troika entgegenstellt - und für Investitionen in Arbeitsplätze kämpft. Zugegenen, Tsipras und Varoufakis haben nichts erreicht... der Gegener ist viel zu mächtig. Sollte das Volk sich diesmal für die Vorgaben der Gläubiger entscheiden, dann wird es konsequenterweise eine neue Regierung wählen müssen, eine "institutionen-freundliche" eben.
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