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International Griechenlands Linke setzt auf Sieg

In Griechenland wird heute gewählt. Der linke Kandidat Alexis Tsipras hat die besten Chancen, mit seinem Parteienbündnis als Sieger aus der Parlamentswahl hervorzugehen. Doch Ministerpräsident Antonis Samaras klebt ihm an den Fersen.

Legende: Video «Griechenland wählt» abspielen. Laufzeit 1:10 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.01.2015.

Die international mit Spannung erwartete Parlamentswahl im krisengeschüttelten Griechenland läuft. Seit 6 Uhr sind rund 9,8 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ein neues Parlament zu bestimmen.Die Wahl lief nach Angaben des Innenministeriums ohne grössere Probleme an.

Syriza hat die grössten Chancen

Das linke Oppositionsbündnis Syriza hat beste Aussichten, stärkste Kraft zu werden. Gemäss letzten Umfragen kann es mit etwa einem Drittel der Wählerstimmen rechnen. Die Konservative «Nea Dimokratia» (Neue Demokratie) von Ministerpräsident Antonis Samaras liegt auf Platz zwei.

Für viele Griechen verkörpert der Syriza-Chef Alxis Tsipras einen neuen Weg aus der Krise. «Heute entscheidet das griechische Volk, ob die harte Sparpolitik fortgesetzt wird oder ob das Land einen Neuanfang startet, damit die Menschen in Würde leben können», sagte Tsipras nach der Stimmabgabe in Athen.

Wegen des riesigen Presseandrangs hatte Tsipras Schwierigkeiten, ins Wahllokal zu gelangen. Im Athener Stadtteil Kypseli blockierten mehrere Dutzend Journalisten und Kamerateams minutenlang den Eingang zu der Grundschule, in der Tsipras wählen sollte.

Schuldenberg ist nach wie vor hoch

Fraglich ist, ob Syriza-Chef Alexis Tsipras nach einem Wahlsieg eine Koalitionsregierung bilden kann, um sich zum neuen Regierungschef wählen zu lassen. Er will bei einem Sieg mit Griechenlands Gläubigern über einen Schuldenerlass verhandeln.

Das lehnen die EU, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) jedoch ab. Griechenland steht bei seinen Geldgebern derzeit noch mit rund 240 Milliarden Euro in der Kreide.

Für oder gegen Europa?

«Wir werden siegen», sagte Samaras. Viele unentschlossene Wähler würden seiner Nea Dimokratia ihre Stimme geben, meinte er weiter.Der griechische Regierungschef Antonis Samaras hat die Wahl in Griechenland als entscheidend für die Zukunft Griechenlands bezeichnet. Vom Ergebnis hänge es ab, ob das Land «seinen europäischen Kurs fortsetzt», sagte der konservative Politiker nach der Stimmabgabe in der kleinen Touristen-Hafenstadt Pylos auf der Halbinsel Peloponnes.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Ich bin absolut kein Fan von Tsipras, aber ich hoffe, die Linksextremisten gewinnen. Entweder zieht Tsipras seine Drohungen dann voll durch und hört mit dem Sparkurs auf, womit die EU-Hilfspakete an Griechenland Geschichte sind, oder die Linken demontieren sich in den kommenden Monaten gleich selbst und alels bleibt beim Alten, weil sie nicht den Mut haben, sich von den EU-Hilfsgeldern loszusagen.
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  • Kommentar von Martha Dummermuth, Sattel
    Es ist schade das ein so schönes Land mit den Linken geht. Sie müssen es halt dann selber merken das immer weniger Geld im Portmonnai ist, Solidaritätenpolitik und alles das muss vom Bürger berappt werden und keine Freiheiten mehr! Spätestens bei den nächsten Wahlen haben sie genug davon wen sie überhaupt noch stimmen können, im Sozialismus und Diktaturen kann man nähmlich auf einmal nicht mehr an die Urne und man kann nichts mehr machen (wie in der EU) und an der Wirtschaft geht der Gahr aus!
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  • Kommentar von u.felber, luzern
    Denken die tatsächlich dass es mit einem Linken besser kommt? Das sind doch die Geldschleudern die bis 2009 alles aus dem Fenster geworfen haben!
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