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International Grossalarm nach Ausbruch von Drogenboss «El Chapo» in Mexiko

Einem der einst mächtigsten Drogenbosse Mexikos ist erneut der Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis gelungen. Joaquín «El Chapo» Guzman gelang am Samstagabend in einer spektakulären Aktion die Flucht. Auf dem nahegelegenen Flughafen wurden alle Flüge ausgesetzt.

Legende: Video Berüchtigtem Drogenboss gelingt die Flucht abspielen. Laufzeit 1:19 Minuten.
Vom 12.07.2015.

Der mexikanische Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán ist zum zweiten Mal aus der Haft in Mexiko ausgebrochen. Der einstige Chef des mächtigen Sinaloa-Kartells verschwand am Samstagabend auf spektakuläre Weise aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano, das rund 90 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt liegt.

Flucht durch Tunnel

Guzmán entkam durch einen heimlich gegrabenen Tunnel, wie die Behörden bestätigten. Überwachungskameras hatten zuletzt Bilder von Guzmán im Duschbereich der Haftanstalt aufgenommen. Der 1,5 Kilometer lange Tunnel führe von der Duschkabine in der Zelle Guzmáns in ein im Bau stehendes Gebäude einer nahe gelegenen Wohnsiedlung, erklärte der nationale Sicherheitsbeauftragte an einer Medienkonferenz. Es handele sich um einen 1,7 Meter hohen und rund 80 Zentimeter breiten Tunnel.

Grossalarm in der Region

Die Behörden lösten nach der Flucht einen Grossalarm aus. Der Verkehr auf den Strassen der Region wurde den Angaben zufolge genauestens kontrolliert, Flüge vom nahegelegenen Flughafen Toluca wurden ausgesetzt.

Staatschef Enrique Peña Nieto zeigte sich «bestürzt» und kündigte tiefgehende Ermittlungen an, um mögliche Verwicklungen von Staatsdienern bei der Aktion aufzudecken.

Guzmán war 2001 schon einmal aus dem Gefängnis ausgebrochen, wo er eine lange Haftstrafe verbüsste. Damals gelang ihm die Flucht, indem er sich in einem Wäschewagen der Haftanstalt versteckte. Erst 13 Jahre später, im Februar 2014, wurde er im Nordwesten des Landes gefasst.

Mächtiges Drogenkartell

Guzmán, der als einer der mächtigsten Rauschgiftbarone der Welt galt, werden auch in den Vereinigten Staaten verschiedene Drogendelikte zur Last gelegt. Das Sinaloa-Kartell kontrolliert weite Teile des Drogengeschäfts in Mexiko. Mit konkurrierenden Banden liefert es sich einen blutigen Krieg um die Kontrolle des Rauschgifthandels in die USA. Dabei wurden seit Ende 2006 nach jüngsten Angaben mehr als 80'000 Menschen getötet.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Klein, Bern
    Da wird ein ganzes Land mit 120 Mio. Einwohnern einem Gemisch aus korruptem Staat und Drogen-"Banden" überlassen, die man schon als Armeen bezeichnen muss: und warum? Weil man in den USA und Westeuropa keine Drogen legalisiert oder durch staatliche Abgabe die Preise soweit senkt, dass sich Kriminalität nicht lohnt. Wieviel Leid könnte dadurch vermieden werden? Warum tut man das nicht? Man lese "Die CIA und das Heroin" – und weil es sagenhafte Profite bringt. Nichts hat "das Kapital" lieber!
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Die exponierten Drogenbosse ändern von Zeit zu Zeit. Die Gewinne für gewisse Wirtschaftszweige gehen nur in eine Richtung. Sie steigen und steigen. 1. werden immer neue Konsumenten gewonnen, 2. wird das Angebot an neuen Drogenvarianten stetig vergrössert. 3. werden durch den Druck von Polizeikräften stetig neue Durchgangsregionen für die Drogen ausgeheckt und dort gleichzeitig neue Mitarbeiter und Konsumenten gezüchtet. Die Gewinne werden in immer mehr Industrie-Sektoren reinvestiert.
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  • Kommentar von Patrik Schaub, Zunzgen
    Der US-Autor Don Winslow behandelt in seinen exzellenten Romanen 'Tage der Toten' & 'Das Kartell' ganz anschaulich, wie der mexikanisch-amerikanische Drogenkrieg funktioniert. Und natürlich auch, wie hochrangige Bosse - dank Beziehungen und Schmiergeldern -, aus Hochsicherheitsgefängnissen ausbrechen können.
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