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Grosseinsatz der Polizei Erfolg in Kolumbiens Krieg gegen den Kokainhandel

Legende: Audio Grosser Schlag gegen Drogenhandel abspielen. Laufzeit 03:00 Minuten.
03:00 min, aus Echo der Zeit vom 09.11.2017.
  • Kolumbiens Sicherheitskräfte haben 12 Tonnen Kokain beschlagnahmt, es ist der grösste Fund in der Geschichte des Landes und einer der grössten weltweit.
  • Die Drogen sollen einen Marktwert von bis zu 360 Millionen US-Dollar haben.
  • Das Kokain soll dem Golf-Clan gehört haben. Er gilt als grösste Kokainmafia des südamerikanischen Landes.

Rund 400 Sicherheitskräfte der Polizei und des Militärs waren an der Operation beteiligt. Dazu kamen mehr als 100 Geheimdienstmitarbeiter, welche das Kokain ausfindig machten.

Die Aktion richtete sich gegen den Golf-Clan, die grösste Kokainmafia Kolumbiens. Sie zählt geschätzt über 3000 Mitglieder. Laut SRF-Südamerika Korrespondent Ulrich Achermann finanziert sich der Clan mit dem Drogenhandel eine eigene Armee, die grosse Gebiete Kolumbiens kontrolliert.

Juan Manuel Santos mit Sicherheitskräften
Legende: Präsident Juan Manuel Santos lässt sich mit dem beschlagnahmten Kokain ablichten. Keystone

Jagd auf den Drogenbaron

Dairo «Otoniel» Úsuga ist der Chef des Clans und der meistgesuchte Verbrecher des Landes. Auf ihn ist ein Kopfgeld von rund fünf Millionen US-Dollars ausgesetzt. Juan Manuel Santos, der Präsident Kolumbiens, hofft dank der Aktion jetzt auf eine heisse Spur.

Die Konfiskation der 12 Tonnen Kokain sind für Santos ein «überzeugendes Zeichen der Stärke unserer Streitkräfte». Stolz präsentierte er das beschlagnahmte Kokain und liess sich demonstrativ davor fotografieren.

Strategie gegen den Koka-Anbau

Wie die Sicherheitskräfte dem Kartell auf die Schliche kamen, ist nicht klar. Wie SRF-Korrespondent Achermann sagt, gibt es dafür grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Zum einen könne es das Ergebnis polizeilicher Ermittlung sein, also dem Abhören von Telefongesprächen. Oder ein konkurrierendes Kartell könne der Polizei einen Tipp gegeben haben, um den Golf-Clan auszuschalten.

In Kolumbien wird weltweit am meisten Kokain produziert, geschätzt sind es mindestens 900 Tonnen pro Jahr. Um den Koka-Anbau zurückzudrängen, spannt Kolumbien mit den Vereinten Nationen zusammen. Sie starteten ein Projekt, um die Koka-Bauern zum Umsatteln zu bewegen. So sollen sie beispielsweise Kakao oder Kaffee anbauen.

Das Problem sei, dass die Bauern mit keinem anderen Produkt so viel Geld verdienen wie mit der Koka-Pflanze, so SRF-Korrespondent Achermann. Deshalb scheiterten ähnliche Programme in der Vergangenheit.

Auch hierzulande wird tüchtig mit Kokain gehandelt. Wenn es um den Konsum geht ist die Schweiz Spitzenreiterin. Weltweit wird nur in Brasilien, Italien und Kolumbien selbst mehr gekokst. Dies laut einer Befragung der Organisation «Global Drug Survey».

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Frey (Sebastian Frey)
    Ein Projekt zur "Ersetzung des Kokaanbaus" ist Bestandteil des Friedensvertrags mit der FARC - nur wird dieses zZt nicht angewandt. (Wohl auf Druck Washington's; sie forderten diesen August die Vernichtung von KokaFeldern zu forcieren & die ErsatzProgramm-Zahlungen einzustellen, da die FARC Nachfolgepartei aus US Sicht eine Terrororganisation sei.) - Gibt gute Berichte die fragen; ob die DEA/CIA Aktion "Plan Colombia" nicht primär den LinkenGuerillas & nur sekundär den Drogenkartellen gelten.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    900 Tonnen im Jahr zu produzieren, das sind schon grossindustrielle Massstäbe und bedürfen einer entsprechenden Infrastruktur. Insofern muss man sich schon fragen, wie sowas "im Untergrund" produziert und vertrieben werden kann.
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    1. Antwort von Reto Jorns (rjo)
      Genau das fragen sich Leute, die offensichtlich noch nie Europa verlassen haben. Die Schweiz mit einer Bevölkerungsdichte von mehr als 200 Pers. /km² (ohne ca 30% unnutzbare Fläche) und Südamerika mit durchschnittlich 30 Pers/ km² bei fast doppelter Grösse als Europa. Da bieten sich viele Schlupflöcher an, wo sich kaum jemand hin verirrt. Dörfer wie wir sie kennen, gibt es nur wenige, meist grosse Ballungszentren danach 100te von km Pampas und unbewohntes Gebiet rundherum.
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    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Jorns: Bin grad in Chañaral (Chile), habe lange in Südamerika, Asien und Nordamerika gelebt, kenne also die Welt ein klein bisschen.... Fakt ist: Wenn Sie 900 Tonnen hochreines Kokain im Jahr produzieren und weltweit verteilen wollen, machen Sie das nicht in irgendwelchen "Kellern" von "Schlupflöchern" in der "Pampa", Sie brauchen dazu eine sehr gute Infrastruktur. Diese Infrastruktur ist ohne weiteres sichtbar, vorausgesetzt, man will sie sehen.
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