Gründer der Demokratiebewegung wollen sich der Polizei stellen

Einen Tag nach den gewaltsamen Demonstrationen in Hongkong hat Studentenführer Joshua Wong zu neuen Protesten aufgerufen. Die Gründer der «Occupy Central»-Bewegung hingegen wollen genau das Gegenteil.

Demonstrant und Polizist

Bildlegende: Die Polizei setzte Schlagstöcke ein. Reuters

Die Anhänger der Demokratie-Bewegung sollten sich erneut in der Innenstadt versammeln. Dies forderte Studentenführer Joshua Wong. Zugleich appellierte er an die Führung der chinesischen Sonderverwaltungs-Zone, den Dialog mit den Studenten wieder aufzunehmen.

Doch die Protestierenden sind sich nicht einig: Benny Tai, einer der Gründer der «Occupy Central»-Bewegung forderte die Studenten auf, ihre Proteste zu beenden und stattdessen, «tiefe Wurzeln» in der Gesellschaft zu schlagen und ihre Bewegung zu verwandeln.

Angst vor Polizeigewalt

«Wir sehen, dass die Polizisten an vorderster Front ausser Kontrolle zu geraten scheinen», sagte Rechts-Professor Benny Tai. Deshalb bestehe die Gefahr, dass Demonstranten schwer verletzt werden könnten.

Seine Bewegung «Occupy Central» werde sich auf ihre «Kapitulation» vorbereiten. Er selber werde sich am Mittwoch mit den beiden anderen Mitbegründern der Bewegung der Polizei stellen.

Polizei will «entschlossen handeln»

Gestern waren die Proteste eskaliert. Um die Blockade der Innenstadt aufzulösen, hat die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Hongkongs Verwaltungschef Leung Chun Ying warnte die Studenten davor, zu den Barrikaden zurückzukehren. Er kündigte ein «entschlossenes Handeln» der Polizei an.

Regierung bestimmt Kandidaten für die Wahl

Studenten-Anführer Wong hatte nach der Eskalation angekündigt, in einen Hungerstreik zu treten. Er will so eine Reform des Wahlrechts durchsetzen. Die Demonstranten verlangen zudem den Rücktritt des Verwaltungschefs Leung.

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Zusammenstösse zwischen Polizei und Aktivisten in Hongkong

0:35 min, vom 1.12.2014

Sie protestieren auch dagegen, dass die Regierung in Peking bei der Wahl seines Nachfolgers 2017 nur vorab bestimmte Kandidaten zulassen will.

Peking verspricht freie Wahlen im 2017

Auf dem Höhepunkt der seit mehr als zwei Monaten anhaltenden Demonstrationen waren bis zu 100'000 Menschen auf die Strassen der früheren britischen Kronkolonie gegangen.

Hongkong wurde 1997 an die Volksrepublik China zurückgegeben. Seitdem ist die Stadt unter dem Motto «ein Land -zwei Systeme» eine Sonderwirtschaftszone. Für 2017 hat die Führung in Peking den Bürgern Hongkongs erstmals freie Wahlen zugesagt.