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Grundsatzrede Theresa Mays Eine Bluttransfusion für die Brexit-Verhandlungen

Die Gespräche zwischen den Briten und der EU stocken. Gelingt Theresa May heute der Befreiungsschlag? Eine Einschätzung.

Legende: Audio Gelingt May der Befreiungsschlag? abspielen.
1:45 min, aus HeuteMorgen vom 21.09.2017.

Den ganzen Sommer lang hatten Mitglieder des britischen Kabinetts widersprüchliche Signale über die Ziele und Absichten ihrer Regierung verbreitet. Der Streit um Europa innerhalb der Konservativen Partei, der letztlich schon der Grund für das Brexit-Referendum gewesen war, schien endlos. Entsprechend fruchtlos blieben bisher die eigentlichen Brexit-Gespräche, die nächste Woche in Brüssel weitergeführt werden sollen.

Bisher gibt es kaum Fortschritte

Die Briten hadern mit dem Aufbau der Verhandlungen. Zuerst muss über die finanzielle Abfindung, über die Rechte von EU-Bürgern in Grossbritannien und über den Status der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland gesprochen werden.

Erst wenn die EU-Kommission und der Europäische Rat befinden, es seien dabei genügend Fortschritte erzielt worden, kann man zu den künftigen Beziehungen übergehen. Dieser Schritt sollte ursprünglich beim EU-Gipfel im Oktober ausgelöst werden, doch das erscheint nun zweifelhaft.

Hohe Erwartungen an die Rede

Die Rede von Premierministerin Theresa May in Florenz soll heute die britischen Positionen klären. Erstmals könnten die Briten finanzielle Abfindungen versprechen. Wie soll die Übergangsfrist nach dem formellen Austritt im März 2019 aussehen? Und was erhofft sich London von den künftigen Beziehungen?

Die Erwartungen an die Rede sind sehr hoch. Der Eindruck herrscht vor, dass die nach ihren vorgezogenen Neuwahlen im Juni geschwächte Premierministerin die Kontrolle über ihr Kabinett und ihre Partei verloren hat.

May auch innerparteilich unter Druck

Aussenminister Boris Johnson hat vor einer Woche einen phantasievollen Aufsatz über seine Wunschvorstellungen veröffentlicht, dessen Inhalt der Regierungspolitik nahezu gänzlich widerspricht.

May muss nun den Beweis erbringen, dass sie nicht nur mit ihrer Partei spricht, sondern endlich auch mit ihren 27 EU-Partnern.

Martin Alioth

Porträt Martin Alioth

Der Grossbritannien- und Irland-Korrespondent von Radio SRF lebt seit 1984 in Irland. Er hat in Basel und Salzburg Geschichte und Wirtschaft studiert.

13 Kommentare

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  • Kommentar von D. Zeller (jaro)
    Grossbritanien könnte doch von der EU Schadenersatzzahlungen verlangen. Grossbritanien könnte versuchen zu erklären, dass seine Souveränität verletzt wurde während der letzten Jahre in der EU. Ich würe mit Interesse eine solche Entwicklung weiter verfolgen.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die Briten treten wenn noetig mit aller Kraft aus fehlentwickelten kontinentaleuropaeischen Imperien aus oder bleiben ihnen gerade noch rechtzeitig fern. Und da die EU den Brexit sabotieren will, werden sie in zwei Jahren ungeregelt draussen sein. Wenn die EU dann weiter bockt, koennen sie auch mit der "Rest"welt von den USA ueber Russland bis China Handel treiben. Es waere nicht die erste Kontinentalsperre, die sie ueberleben....
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Liegt " Vivis" auf den britischen Inseln?
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    2. Antwort von Kurt Meier (Kurt3)
      Aus dem Brexit wird nichts ge'scheits
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  • Kommentar von Silvio Silla (Silla)
    Theresa May steht unter Druck. Sie will die Wahlen gewinnen. Darum wird sie mit der EU kämpfen und wohl nicht all zu viel Vorderungen der EU zugestehen. Im Gegenteit; wenn Theresa May angreift wird sich die EU verteidigen müssen. Die Briten sind nicht so scheu und gehen nicht mit vollen Hosen in die Verhandlungen, Herr Ambühl und Herr Martin Alioth.
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    1. Antwort von Steff Stemmer (Steff)
      Vielleicht gehen Sie nicht mit 'vollen' Hosen in die Verhandlungen. Dafür werden die Britten einen Stiefel voll Wasser aus den Verhandlungen ziehen und höchstwahrscheinlich danach die Hosen voll haben. In dem Sinne, lieber bedächtig und mit 'voller' Hose und Kompromissbereit in Verhandlungen gehen, als nichts zu erreichen, ausser den Verhandlungspartner zu verärgern und zu provozieren. So klare Vorstellungen wie Sie hier haben Frau Silla, sollten Sie sich vielleicht als Beraterin melden?
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