Guantanamo-Videos müssen veröffentlicht werden

Ein Häftling wird seit über zehn Jahren auf dem US-Militärstützpunkt festgehalten und verweigerte aus Protest über Monate die Nahrungsmittelaufnahme. Seine Zwangsernährung soll auf teils grausame Weise erfolgt sein. Videos darüber müssen jetzt veröffentlicht werden, entschied eine US-Richterin.

Hände in Ketten

Bildlegende: Videos über die Zustände in Guantanamo müssen jetzt veröffentlicht werden, entschied eine US-Richterin. Keystone

Das US-Bundesgericht hat die Veröffentlichung von Videos zur Zwangsernährung eines syrischen Häftlings im Gefangenenlager Guantanamo angeordnet. Richterin Gladys Kessler gab mit der Entscheidung einer entsprechenden Forderung von 16 Medienunternehmen statt.

In dem Fall geht es um den gebürtigen Libanesen Abu Wa'el Dhiab, der nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten und Anwälten bis zum Jahresbeginn wegen eines Hungerstreiks über mehrere Monate hinweg auf teils grausame Weise zwangsernährt worden war.

Weitere 149 Männer in Haft

Der Syrer wird seit mehr als zehn Jahren ohne Prozess auf dem US-Militärstützpunkt auf Kuba festgehalten, obwohl bereits im Jahr 2009 seine mögliche Freilassung beschlossen wurde. Eine Rückkehr Dhiabs nach Syrien halten Aktivisten wegen des dort herrschenden Bürgerkriegs derzeit nicht für möglich. Zudem soll er gesundheitlich schwer angeschlagen sein.

Menschenrechtsgruppen prangern seit langem an, dass die Insassen in Guantanamo jahrelang ohne rechtsstaatlichen Schutz festgehalten werden. In dem nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingerichteten Lager werden noch immer 149 Männer festgehalten.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Hungerstreik auf Guantanamo

    Aus Tagesschau vom 2.5.2013

    Barack Obama will das Gefangenenlager Guantanamo schliessen und die Häftlinge in ihre Heimat zurückschicken. Inzwischen weigern sich über die Hälfte der Insassen zu essen. Sie werden zwangsernährt.