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International «Gute Atmosphäre»: CDU und Grüne gehen in die zweite Runde

Trotz verbaler Attacken vor dem Treffen: Union und Grüne wollen sich zu einem zweiten Gespräch über eine mögliche Koalition treffen. Die heissen Themen stehen noch an. Wirkliche Chancen räumt SRF-Korrespondent Stefan Reinhart einer solchen Koalition nicht ein.

Legende: Video «SRF-Korrespondent Stefan Reinhart zu den Sondierungsgesprächen» abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Vom 10.10.2013.

Union und Grüne in Deutschland haben ein zweites Sondierungsgespräch zur Bildung einer Koalition vereinbart. Das sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe nach der ersten Sondierungsrunde von CDU, CSU und Grünen in Berlin.

Das zweite Treffen sei für nächsten Dienstag vorgesehen. Die Union trifft sich zuvor am Montag erneut mit der SPD zu einem zweiten Sondierungsgespräch.

Die Spitzen von CDU, CSU und Grünen hatten sich am Nachmittag im Gebäude der Parlamentarischen Gesellschaft im Berliner Regierungsviertel getroffen, um die Chancen für ein schwarz-grünes Regierungsbündnis auszuloten.

«Gespräche aus politischem Anstand»

«Die Differenzen zwischen CDU und den Grünen sind beträchtlich gross», sagt SRF-Korrespondent Stefan Reinhart kurz nach dem Treffen. Vor allem innerhalb der CDU gebe es riesige Widerstände gegen eine Regierung zusammen mit den Grünen, so Reinhart weiter.

«Diese Gespräche fanden vor allem aus politischem demokratischen Anstand statt, und auch ein bisschen, um die SPD bei den Gesprächen nächste Woche unter Druck zu setzen», so der SRF-Korrespondent. Auch deshalb habe man eine zweite Sondierungsrunde anberaumt.

Streitpunkt «Flüchtlingspolitik»

«Sie hätten noch nicht alle Themen angesprochen», erklärte Grünen-Chef Cem Özdemir nach dem Treffen. Özdemir und seine Co-Vorsitzende Claudia Roth sprachen von einer guten Gesprächsatmosphäre.

Roth wies darauf hin, dass wesentliche aussenpolitische Themen wie Rüstungsexporte oder ein Ausbau der Entwicklungszusammenarbeit noch nicht behandelt worden seien.

Mit Blick auf das Gesprächsklima sagte sie: «Wir kennen uns ja. Es ist ja nicht die Begegnung der unheimlichen ersten Art.» Es habe durchaus auch ähnliche Ansichten in einigen Punkten gegeben, aber eben auch unterschiedliche, sagte Özdemir.

Vor dem Treffen hatte es scharfe gegenseitige Attacken insbesondere wegen des Streits um die Flüchtlingspolitik gegeben.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Morf, Thun
    Frau Roth's scheussliches Blondhaar bringt mich immer wieder zum Philosophieren. Menschen und Politiker im Besonderen sollten doch natürlich, authentisch und integer sein, und das sollte sich auch in ihrem Äusseren spiegeln. Warum also kann Frau Roth nicht mit ihrem von Natur aus braunen Haar (und einer schicken Frisur) auftreten? Kann man Braunhaarigen (ver)trauen, die ihr Haar hellblond färben? Das heisst, die anders rüberkommen wollen als sie sind?
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Nun es ist klar, Merkel möchte keine Neuwahlen und keine Minderheitsregierung, sie will eine Koalition, und nun wird derjenige der Partner sein, der zu mehr Kompromissen bereit ist. Ein Pokerspiel unbedenklich für Merkel, bedenklich für SPD und Grüne. Ich nehme mal an dass die Grünen machtgieriger sind und alles dafür geben um in der Regierung Einsitz zu nehmen, gleichzeitig wird es aber die Partei zerstören und Merkel hat einen Brügelknaben. Die SPD als Opposition kann gelassen zuschauen.
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    1. Antwort von Herr Lüscher, Suhr
      1. kommt es anderst und 2. als man denkt ...
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Das stimmt nicht. Z.B.die FDP war als Kleinpartei jahrzehntelang in der Regierung.
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    3. Antwort von Urs Keller, Binningen
      @Albert Planta, Chur, Ja natürlich, und wo ist sie heute, die Steuerreformen die sie durchsetzen wollte wurden abgemurkst, warum wählen die Wähler nicht mehr FDP ? So wird es auch den Grünen gehen, und die haben nach dem Vegi day und Phädo Debakel schon viele Ferdern lassen müssen.
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    4. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Urs Keller, weitere Gründe fürs Federnlassen der Grünen: sie haben ihr Kernthema sträflichst vernachlässigt und die Chefin Roth drängt zur Aufnahme der Türkei in die EU. Mit ihrer Aussage, es könne nicht genug Türken in Deutschland geben, bläst sie ins selbe Horn wie ihr Parteikollege Özdemir. Der liess neulich verlauten, sein Ziel sei es, Deutschland zu islamisieren. Sowas kommt im Volk bei all den Problemen mit Muslimen eben nicht so gut an.
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    5. Antwort von Albert Planta, Chur
      Urs Keller, Binningen Wie sie richtig sagen brachte die FDP die Steuerreform nicht durch. Dazu kommt ein schwacher Westerwelle und Brüderle und eine neue rechtsnationale Partei. An und für sich haben durchaus auch Kleinparteien Regierungschancen, wie bei uns die BDP.
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