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Blauhelm-Soldaten Guterres will gegen sexuelle Gewalt bei der UNO vorgehen

Legende: Audio Massnahmen gegen Missbrauch durch UNO-Blauhelme abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
01:38 min, aus HeuteMorgen vom 19.09.2017.
  • In Haiti, im Südsudan, im Kongo, in Liberia, in Zentralafrika – immer wieder werden Fälle bekannt, in denen UNO-Blauhelmsoldaten Frauen und Kinder sexuell missbraucht haben.
  • Nichts beschmutzt den Ruf der UNO derart, wie wenn Menschen, die Schutz erwarten, ausgerechnet von ihren Beschützern misshandelt werden.
  • UNO-Generalsekretär Antonio Guterres will deshalb, dass die schon länger deklarierte Null-Toleranz-Politik endlich Realität wird.

Der UNO-Gipfel zum Thema sexueller Missbrauch durch Blauhelm-Soldaten hätte kaum zeitgerechter stattfinden können. Fast gleichzeitig wurden nämlich aus Zentralafrika vierzehn neue, vermutete Missbrauchsfälle bekannt. Jetzt will die UNO energischer als bisher durchgreifen und auch die Länder, die Blauhelmtruppen stellen, in die Pflicht nehmen.

Die UNO selber kann die Schuldigen nicht bestrafen. Das müssten die Truppenstellerstaaten. Bisher taten sie das selten. Die meisten Missbräuche blieben straflos.

60 Länder haben Pakt unterzeichnet

Guterres erhöht nun den Druck auf die Mitgliedsländer: Übeltäter und ihre Vorgesetzten sollen konsequent entlassen, Gehälter verweigert, Missbrauchsfälle öffentlich gemacht werden. Ein Hilfsfonds für die Opfer wird eingerichtet. Ihnen beistehen soll künftig eine UNO-Anwältin.

Die erste Inhaberin dieses neugeschaffenen Postens, die Australierin Jane Connors, gilt als energisch und erfahren. Bisher knapp sechzig Länder haben jetzt einen Pakt mit der UNO unterzeichnet, in dem sie sich verpflichten, zu handeln. Zwar löst keine dieser Massnahmen das Problem ein- für allemal, wie Guterres verlangt. Gesamthaft dürften sie aber durchaus Wirkung haben.

Fredy Gsteiger

Portrait von Fredy Gsteiger

Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er u.a. Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Wer jeden moment sein Leben verlieren kann.. der tut... und wenn es Unrecht scheint.. es ist NATUR, Uberlebenswillen... es war so ist so und wird immer so sein.. man denke an das Bibelwort.. wer ohne Schuld werfen den ersten Stein.. wie wuerde Herr Guterres reagieren in selbiger Situation... ??? Nein ich toleriere nicht, ich versuche zu verstehen warum ansonst Unbescholtene sowas tun..
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Jeder Mensch wird einmal gerichtet werden. Sonst wären die Braven die Dummen!
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    2. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      Glauben mache seelig... ich selber moechte "glauben", doch fehlt mir der Glaube dazu, wenn ich sehe was auf der Welt vor sich geht.. wenn wir in einem reichen Land wie SA fuer die Armen kochen muessen wenn in einem reichen Land wie CH Suppenkuechen haben muessen ueberall Krieg und Gewalt existiert. WO ist da der Richter? Wo etwa 8oo'ooo'ooo Menschen jeden Tag hungrig schlafen ngehen muessen.. da fehlt mir schlicht jeglicher Glaube, Daran aendert auch nichts dass mein Schwiegervater Pfarrer ist!!
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Jeder Soldat der seinen Fuss auf fremdes Territorium setzt kann ein Übeltäter sein. Davon sind auch UNO Soldaten nicht ausgeschlossen, wie die Geschichte es zeigt.
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