Hacker-Attacken: China bläst zum Gegenangriff

Vor einem Monat erhob eine US-Sicherheitsfirma schwere Vorwürfe gegen das chinesische Militär: Es sei für zahlreiche Hacker-Angriffe auf US-Webseiten verantwortlich. Jetzt dreht China den Spiess um und beklagt, das eigene Militär sei Zielscheibe von Hackern aus den USA.

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China erhebt Hacker-Vorwürfe an USA

1:20 min, aus Tagesschau am Mittag vom 1.3.2013

Es ist ein hartes Wortgefecht, dass sich die USA und China derzeit liefern. Von Cyberkrieg möchte noch niemand reden. Doch die Vorwürfe Chinas sind happig.

«Die Webseiten des Verteidigungsministeriums und des chinesischen Militärs wurden 2012 durchschnittlich 144'000 mal pro Monat aus Übersee angegriffen. Fast zwei Drittel der Angriffe stammten aus den USA», sagt der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Geng Yansheng.

Geng Yansheng am Rednerpult mit ausgestrecktem Arm

Bildlegende: «Nicht wir, sondern Ihr.» Geng Yansheng während einer Medienkonferenz. Reuters/archiv

« US-Bericht entbehrt jeglicher Fakten »

Vor einem Monat beschuldigte eine amerikanische Sicherheitsfirma Chinas Armee, Ziele in den USA anzugreifen. Die Spur führte damals nach Shanghai, in ein Gebäude des Militärs.

«Der Bericht dieser amerikanischen Firma ist unprofessionell und entbehrt jeglicher Fakten. Auch amerikanische Internetexperten sehen darin viele Ungereimtheiten» sagt Geng.

« Unser Gesetz verbietet Hacker-Attacken »

Chinas Verteidigungsministerum weist jede Schuld von sich. Allein schon Chinas Gesetz verbiete Hacker-Attacken. «Die Chinesische Regierung verurteilt diese kriminellen Attacken. Chinas Armee hat selber nie irgendwelche Hackeraktivitäten unterstützt.»

Geng erwähnt Berichte, wonach die USA ihre Cyberkrieg-Fähigkeiten ausbaue. Jedoch trage das Land nicht zur zunehmenden internationalen Kooperation im Kampf gegen Hacker bei. «Wir hoffen, die USA können uns hierfür eine Erklärung geben», so Geng.