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Terror in Berlin Haftbefehl gegen Tatverdächtigen Anis Amri

Legende: Video «Verdächtiger ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Täter» abspielen. Laufzeit 1:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.12.2016.
  • Die Bundespolizei hat einen Haftbefehl gegen den flüchtigen Anis Amri erlassen.
  • Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass Amri den Lastwagen gesteuert hat.
  • Am Lastwagen haben Ermittler Fingerabdrücke von Amri gefunden.
  • Ein neu aufgetauchtes Video aus einem Auto zeigt, mit welch hohem Tempo der Lastwagen am Montag in den Weihnachtsmarkt raste.

Haftbefehl gegen den Hauptverdächtigen

Die deutsche Bundesanwaltschaft hat einen Haftbefehl gegen den flüchtigen 24-jährigen Tunesier Anis Amri erlassen. Das erklärte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Man gehe davon aus, dass der europaweit gesuchte Amri mit hoher Wahrscheinlichkeit der Täter sei, sagte Innenminister Thomas de Maizière. Darauf deuteten Fingerabdrücke hin, die unter anderem an der Fahrertür gefunden wurden.

Laut der Bundesanwaltschaft fanden während des ganzen Tages an verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen und Berlin Hausdurchsuchungen statt. Festnahmen habe es bislang nicht gegeben.

Hintergründe und Aktuelles zusammengefasst

Wer ist der Gesuchte? Der 24-jährige Tunesier Anis Amri sei «dringend tatverdächtig», schreiben die Bundesanwaltschaft in einem Aufruf. Gegen den Mann wurde bereits früher in Berlin wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt – allerdings ohne Ergebnis.

Schon in Tunesien war Amri mehrmals wegen Drogendelikten festgenommen worden. 2011 reiste er dann von Tunesien nach Italien. Auch in Italien war der 24-Jährige mehrere Jahre im Gefängnis, weil er eine Schule in Brand gesetzt hatte. Danach ist der Verdächtige nach Deutschland weitergereist.

Wie kam man auf den Verdächtigen? Anis Amri war der Name, der auf einem Ausweisdokument im Fahrerhaus des Lastwagens gefunden wurde. Amris Fingerabdrücke wurden auch auf der Fahrertür gefunden. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen hatte der Tatverdächtige mehrere Identitäten benutzt.

Auf der Suche nach Amri wurden dem Berliner Sender RBB zufolge sämtliche Spitäler in Berlin und Brandenburg abgesucht. Die Polizei gehe davon aus, dass der Täter bei einem Kampf im Fahrerhaus des Camions mit dem polnischen Chauffeur verletzt worden sei. Der Pole wurde getötet.

Für Hinweise wurden bis zu 100'000 Euro Belohnung ausgeschrieben. Der Generalbundesanwalt mahnte in einer Mitteilung zur Vorsicht: «Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr, denn die Person könnte gewalttätig und bewaffnet sein!»

Warum war er noch in Deutschland? Amri wurde bereits im Juni als Asylbewerber abgelehnt. Er konnte aber nicht abgeschoben werden, weil er keine gültigen Ausweispapiere hatte.

Tunesien hat lange Zeit bestritten, dass es sich um seinen Staatsbürger handle. Die für die Abschiebung wichtigen tunesischen Ersatzpapiere seien erst an diesem Mittwoch bei den deutschen Behörden eingetroffen, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralph Jäger.

Wer steckt hinter dem Anschlag? Den Anschlag hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert. Allerdings konnte die Echtheit der Botschaft nicht unabhängig bestätigt werden.

Wie geht es weiter? In Berlin öffneten am Mittwoch die mehr als 60 Weihnachtsmärkte wieder, die am Tag zuvor mit Rücksicht auf die Opfer und Angehörigen des Anschlags geschlossen geblieben waren.

Auch der Markt auf dem Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche will seine Tore heute wieder öffnen. Die Polizei kündigte jedoch verstärkte Schutzmassnahmen an.

63 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Der wird wohl in die Schweiz flüchten, um die Feiertage in einem warmen Schweizer Gefängnis geniessen zu können. Anschliessend kann er dann nicht ausgeschafft werden, weil ihm eventuell Ungemach droht.
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    1. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      War wohl doch zu blöd...
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  • Kommentar von Ueli Kwasi Eichholzer (Heartfull)
    Ich finde einige Kommentare bezüglich Rasse und Politik bedenklich. Ich glaube nicht dass der Aparrat EU versagt, nur weil eine "kranke" Persönlichkeit eine Straftat begeht. Auch seine Rasse ist nicht schuld daran. Anis Amri könnte auch einen deutschen Namen haben. Seine Straftat gilt es zu veurteilen. Unsere Rechtsstaatlichkeit schützt aber davor, dass wir nicht aufgrund eines Verdachts und ohne Beweise wie in anderen Ländern Jahre unschuldig hinter Gittern sitzen oder die Todesstrafe erhalten.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Ich teile Ihre Ansicht, Rassismus sei nicht haltbar. Die Toleranz in Europa wurde allerdings letztes Jahr mehr als ausgereizt, was selbstverständlich Reaktionen hervorruft. Es sind oft versteckte Andeutungen, die an Zynismus nicht zu überbieten sind. Derjenige, der vor dem terroristischen Islamismus warnt, muss bekämpft werden - man muss tolerant sein, sonst ist man Rassist. Die Anschläge/ Gewalttaten sollen als unvermeidliche und/ oder tragische Einzelfälle bagatellisiert und hingenommen werden
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Laut "die welt online" beging Amri in Tunesien seine erste Straftat: 2010 stahl er einen Lastwagen. Kurz danach verliess er Tunesien, um sich der Strafe zu entziehen. Er wurde in Abwesenheit zu fünf Jahren Haft wegen Raubes verurteilt. Er flüchtete unter vielen "Kindern" nach Europa.
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Die kriminelle Energie des Mannes ist ja bewiesen, sodass es für einen Aufenthalt hinter Gittern ausreichen würde. Aber die Int. Menschenrechte "verbieten" eben härtere Gesetze, sodass man diesen Kriminellen bis zur Ausschaffung weder in Ausschaffungshaft halten konnte, noch konnte er als Gefährder bekannt, eben durch viel zu lasche Gesetze nicht ausgeschafft werden. Das Menschenrecht dieses Verbrecher wird höher gewertet, als das Recht auf Leben der Menschen, welche durch ihn zu Opfern werden.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Teil 1: Ob Kanada, USA, Australien, Ungarn, Polen u.a. In all diesen Ländern gibt es solche Häufung von Terroranschlägen nicht. In diesen Ländern sind sich die vom EIGENEN Volk gewählten Regierungen u. Politiker ihrer Verantwortung bewusst u. haben den in allen demokratischen Verfassungen üblichen Eid vor dem vom abgelegt: „...Schaden u. Gefahren von MEINEM Land abzuwenden…“. Genau das ist die kapitale Fehlkonstruktion der EU, die kommissarisch von Brüssel die Souveränität nicht zulässt.
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