3,8 Tonnen Kokain Hamburger Polizei präsentiert Rekordfund

3,8 Tonnen Kokainfund am Hamburger Hafen. (keystone)

Bildlegende: Die 3,8 Tonnen Kokain haben laut Zoll einen Strassenverkaufswert von etwa 800 Millionen Euro. Keystone

  • Der Hamburger Zoll hat einen deutschen Rekordfund von 3,8 Tonnen Kokain präsentiert.
  • Das Rauschgift hat laut Zoll einen Strassenverkaufswert von etwa 800 Millionen Euro.
  • Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen präsentierten die Beamten das aus Südamerika stammende Kokain in einer Bundeswehrkaserne.
  • Die in buntes Plastik eingeschweissten Kokain-Päckchen wurden bei der Pressekonferenz aufgestapelt.
  • Die Drogen waren im Hamburger Hafen bei drei Aktionen im Frühjahr beschlagnahmt worden.

Einen Drogenfund von mehreren Tonnen hatten Fahnder in Deutschland bislang noch nicht gemacht.

Drogenfunde in Deutschland

Februar 2017
Der Hamburger Zoll beschlagnahmt in einem Container von der niederländischen Antilleninsel Curaçao 717 Kilogramm Kokain.
April 2017
Die Polizei in Leverkusen stellt in Nordrhein-Westfalen 384 Kilogramm Kokain in der Bananenreiferei eines Grosshändlers sicher. Die 26 Bananenkisten aus Ecuador sollen vom Hamburger Hafen mit einem Lastwagen nach Leverkusen gebracht worden sein.
2010Hamburger Beamte stossen auf 1,2 Tonnen Kokain. Das Rauschgift war in einem Container aus Paraguay versteckt.
2002
Die hessische Polizei beschlagnahmt in Kassel 1,25 Tonnen Kokain. Die Drogen seien - in einem Melonencontainer verborgen - über den Hamburger Hafen nach Kassel gelangt, hiess es damals.

Beleg für funktionierende Zollkontrollen

Behördenvertreter bezeichneten die Beschlagnahmungen als Beleg für die funktionierenden Zollkontrollen. Es handle sich um einen «herausragenden Ermittlungserfolg», erklärte der Staatssekretär im Finanzministerium, Werner Gatzer. Das Ministerium ist auch für den Zoll zuständig. Die eigene «Bekämpfungsstrategie» gehe auf.

Zugleich äusserte er sich besorgt: «Die Menge allein zeigt uns, dass das Angebot an Kokain zunimmt.» Das nun gefundene Kokain sollte über Deutschland nach Belgien gebracht werden, hiess es.

Hochprofessionell agierende Kartelle

Rauschgifttransporte dieser Grössenordnung gehen auf das Konto hochprofessionell agierender internationaler Drogenkartelle aus dem Bereich der organisierten Kriminalität.