Handelskrieg zwischen China und EU

Die Handelsbeziehungen zwischen China und der EU sind schon seit längerem angespannt. Nun zündet der aufstrebende Wirtschaftsgigant eine neue Stufe der Eskalation. China erhebt Strafzölle auf Plastikvorprodukte.

Ein Mann bestaunt aufgestapelte Matratzen.

Bildlegende: TDI ist ein wichtiger Aussgangsstoff für die Kunststoffproduktion und wird auch für Matratzen verwendet. Keystone

Die neue Einfuhrhürde ist massiv: Sie beträgt zwischen 6,6 und 37,7 Prozent. Betroffen sind die Importe des wichtigen Kunststoffvorprodukts TDI (Toluoldiisocyanat).

Solar-Zellen-Dumping

TDI ist ein wichtiger Ausgangsstoff für Polyurethan-Schäume, die unter anderem in Matratzen, Sitzpolstern und in der Innenverkleidung von Autos verwendet werden. Zu den betroffenen Chemieunternehmen zählen Bayer, eine europäische Tochter des US-Chemieriesen Dow Chemical und Perstorp France, teilte das chinesische Handelsministerium mit.

China und die EU werfen sich gegenseitig Protektionismus und unfaire Preispolitik vor. Unter anderem läuft seit September in Europa ein Antidumpingverfahren gegen chinesische Hersteller von Solar-Zellen und -Modulen.

Das Antidumpingverfahren in China für TDI-Importe aus der EU startete im März 2012. Im Februar hatte China vorläufige Strafzölle auf Importe der Chemikalie Toluidin aus der EU festgelegt. Toluidin kommt unter anderem in der Agrarchemie zum Einsatz, wird aber auch in Bleichmitteln verwendet.