«Happy Birthday» Nelson Mandela

Südafrikas Nationalheld Nelson Mandela wird heute 95 Jahre alt und die Welt feiert mit. Der Friedensnobelpreisträger, der das Land 1994 in die Demokratie geführt hat, liegt seit über einem Monat mit einer Lungenentzündung im Spital. Sein Zustand wird als kritisch, aber stabil bezeichnet.

Südafrikas schwer kranker Nationalheld Nelson Mandela feiert heute seinen 95. Geburtstag. Als einer der ersten gratulierte ihm US-Präsident Barack Obama aus der Ferne. Obama erklärte nach Angaben des Weissen Hauses, seine Familie sei tief bewegt vom Besuch auf der ehemaligen Gefangeneninsel Robben Island gewesen. Dort war Mandela viele Jahr lang inhaftiert.

Veranstaltungen auf der ganzen Welt

Zu Ehren des Friedensnobelpreisträgers finden auf der ganzen Welt Veranstaltungen und Konzerte statt. Millionen Menschen in aller Welt wollen sich am «Internationalen Nelson-Mandela-Tag» der UNO 67 Minuten lang sozial engagieren. 67 Minuten, weil Mandela 67 Jahre lang politisch aktiv war. Davon sass er 27 Jahre wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheidsystem in Südafrika im Gefängnis.

Bei der Mandela-Sondersitzung der UNO-Vollversammlung in New York werden unter anderem der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und der Sänger Harry Belafonte erwartet. Seit 2009 ist die Sondersitzung jeweils am Geburtstag Mandelas anberaumt. Zu Ehren des Friedensnobelpreisträgers finden auf der ganzen Welt Veranstaltungen und Konzerte statt.

Seit fünf Wochen im Spital

Der erste schwarze Präsident Südafrikas liegt seit dem 8. Juni mit einer schweren Lungenentzündung in einem Spital in Pretoria. Täglich wird mit seinem Ableben gerechnet. Auch hier wird mit tausenden von Besuchern gerechnet. Die Klinik ist bereits zum Wallfahrtsort geworden.

«Mehr Grund zum Feiern als zum Trauern»

«Es gibt für alle mehr Grund zum Feiern als zum Trauern», beschreibt die Journalistin Dagmar Wittek die Stimmung im Land. Mandela bleibe mit all seinen Verdiensten und der uneingeschränkten Verehrung durch das Volk aber auch wichtig für seine Partei ANC. Der ANC sehe sich immer noch als Freiheitsbewegung und als einzig wählbare Partei und sei dies sicherlich auch weitgehend noch.


Gespräch mit Journalistin Dagmar Wittek

4:00 min, aus SRF 4 News aktuell vom 18.07.2013

ANC rüstet sich für Wahlen

Laut Wittek gibt es keine andere Partei der Massen, die zurzeit diesen Vorschuss an Glaubwürdigkeit hätte: Südafrika ist 19 Jahre nach dem Ende der Apartheid ein multikulturelles, im afrikanischen Vergleich ausgesprochen gut funktionierendes Land mit einer vertrauenswürdigen Rechtsprechung und Rechtssicherheit. Das habe das Land Mandela zu verdanken, der unablässig für Aussöhnung gepredigt habe.

«Südafrika ist ihm dafür dankbar, auch wenn immer noch 50 Prozent der Bevölkerung arm sind und es an Korruptionsfällen in der Regierung nur so wimmelt», betont Wittek. Der ANC aber sei Mandelas Partei und im kommenden Jahr nicht für den ANC zu stimmen, wäre wirklich ein Affront gegen Mandela.