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«Hausaufgaben sind gemacht» Bulgarien beantragt Aufnahme in den Euro

Beleuchtetes Euro-Symbol.
Legende: Am 1. Januar 2002 wurde der Euro als offizielle Währung in zwölf EU-Staaten eingeführt. Keystone
  • Bulgarien will den Euro einführen. Schon in den nächsten sechs Monaten will sich die Regierung in Sofia um die Aufnahme in die Gemeinschaftswährung bewerben.
  • Zudem will Bulgarien auch Teil des Schengen-Abkommens werden. Das würde keine Kontrollen mehr an der Grenze zu anderen Schengen-Staaten bedeuten.
  • Gegenwärtig sind 19 der insgesamt 28 Mitgliedstaaten in der Eurozone.
  • Bulgarien ist zwar seit 2007 EU-Mitglied, erfüllt aber aus Sicht der Union bei Justiz und Korruptionsbekämpfung immer noch nicht alle Kriterien.

«Wir haben unsere Hausaufgaben für die Eurozone gemacht», sagte Ministerpräsident Boiko Borissow zum Auftakt der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft. «Wir sind bereit für das sogenannte Wartezimmer des Euro.»

Ein entsprechender Antrag werde noch im ersten Halbjahr gestellt, ergänzte Finanzminister Wladislaw Goranow. Sein Land erfülle alle formalen Kriterien und arbeite bei der eigenen Währung Lew bereits seit Jahren mit einem festen Wechselkurs zum Euro.

Kriterien erfüllt

Bulgarien hat nach eigenen Angaben ein Wirtschaftswachstum von 3,9 Prozent, einen Haushaltsüberschuss und eine Verschuldung von nur 26,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit liegt es deutlich unter den Vorgaben der Wirtschafts- und Währungsunion.

Nach dem offiziellen Antrag zur Aufnahme in die Gemeinschaftswährung folgt zunächst eine Beobachtungsphase von mindestens zwei Jahren im sogenannten Wartezimmer. Dabei wird überprüft, ob das Land die Kriterien dauerhaft einhalten kann.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wirbt dafür, dass alle EU-Länder möglichst rasch in den Euro aufgenommen werden. Derzeit sind es nur 19 der 28 EU-Mitgliedsstaaten. Für Bulgariens Bewerbung hatte er schon im Herbst seine Unterstützung erklärt.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Kriterien erfüllt ??? - Wie war denn das damals zB. mit Geiechenland ???
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Das Märchen in Deutschland und der Schweiz wird immer noch gebracht das man für die Armen Länder bezahlt! Tatsache die einzigen die Bezahlen sind die Bürger der Armen Länder den die tragen die Staatsschulden. Die Reichen Länder profitieren, den Ihre Banken und Versicherungen verleihen Geld diesen Staaten und damit steigen Ihre Schulden noch mehr. Wir hier in der Schweiz und in Deutschland sind die Gewinner, aber solche Komplexe Vorgänge begreifen viele nicht.
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    1. Antwort von Peter Singer (P.S.)
      Es profitieren sowohl die armen als auch die reichen Länder, das lässt sich nicht bestreiten. Osteuropa erhielt riesige Investitionen und dass reiche Länder wie Deutschland vom Euro profitieren, steht ja ausser Frage. Bei einer Krise sind allerdings auch alle dem Risko ausgesetzt.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Eine wirklich solidarische EU würde eigentlich auch einen EU-Finanzausgleich nach sich ziehen müssen. Ich glaube aber, da hält sich die Solidartaet gerade auch in Deutschland in sehr, sehr engen Grenzen.
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  • Kommentar von Ramon Frey (Ramon Frey)
    Wie man am Beispiel Griechenland sieht, sollte man anstatt neue Länder aufzunehmen, eher einmal mechanismen schaffen wie man gewisse länder auch wieder ausschliessen kann...Aber der Herr Juncker interessiert sich ja nicht für die Realität sondern nur für seine zentralistische Utopie....
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