Zum Inhalt springen

Heftige Explosion Über 100 Tote nach schwerem Anschlag in Kabul

Legende: Video Anschlag in Kabul abspielen. Laufzeit 3:17 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.01.2018.
  • Bei einem Anschlag im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind nach jüngsten Angaben mindestens 103 Menschen getötet und 235 verletzt worden.
  • Nach Angaben der Behörden war ein Attentäter mit einem mit Sprengstoff beladenen Krankenwagen in eine schwer bewachte Strasse hineingefahren, an der auch viele ausländische Botschaften liegen.

In der Nähe befinden sich auch die Gesandtschaft der Europäischen Union, die Botschaften von Schweden, Indien und Indonesien, ein Gebäude des afghanischen Geheimdienstes und weitere Regierungsgebäude.

Wer die Opfer sind, und ob auch Mitarbeitende der ausländischen Institutionen betroffen waren, blieb zunächst unklar. Auf Bildern war eine grosse Rauchwolke zu sehen, die über dem Zentrum aufstieg.

Zweiter schwerer Anschlag innerhalb von Tagen

Die afghanische Hauptstadt gilt inzwischen als einer der gefährlichsten Orte für Zivilisten in Afghanistan. Vor einer Woche hatten Kämpfer der radikalislamischen Taliban das Intercontinental-Hotel angegriffen und mindestens 22 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren Ausländer.

Am Samstag hatten die afghanischen Behörden in einer Sicherheitswarnung speziell an Ausländer vor möglichen neuen Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewarnt. Die IS-Kämpfer planen demnach Anschläge auf Supermärkte, Geschäfte und Hotels, die von Ausländern besucht werden.

Erneuter Anschlag in Kabul

Bei einem Angriff von fünf schwer bewaffneten Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf eine Einrichtung der afghanischen Streitkräfte in Kabul sind am Montag nach offiziellen Angaben mindestens 15 Menschen getötet worden, darunter vier der Angreifer.

Einschätzung von SRF-Korrespondent Pascal Weber

«Afghanistan durchlebt nicht nur eine schwere Sicherheitskrise, sondern auch eine schwere wirtschaftliche und politische Krise. Im Land herrscht das nackte politische Chaos, die Unzufriedenheit bei den Menschen ist enorm. Es dürfte eines der Ziele der Taliban wie auch des IS sein, dieses Chaos und die Unzufriedenheit auszunutzen und zuzuspitzen, um den politischen Kollaps zu erzwingen. Die Bedrohung in Kabul ist an vielen Punkten allgegenwärtig, wie etwa im Stadtzentrum oder vor Regierungsgebäuden. Solche Anschläge wie heute haben natürlich auch eine enorme Auswirkung auf die Psyche der Menschen und ihren Alltag.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Dauernd Anschläge und aus diversen Ländern werden Menschen, die direkt vom IS und von den Taliban bedroht wurden, nach Afghanistan zurück geschafft. Selbst Behinderte und sehr alte Leute. NGO's müssen «panic rooms» zu ihrer Sicherheit einrichten, gerade dauerte die Befreiung durch Polizei und Militär eines Gebäudes in Dschalalabad 9 Std. Sicheres Afghanistan ausserhalb der Camps der ausländischen Soldaten?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Ich Traure auch um diese Opfer! Auch wenn Sie keine Christen, Weisse, Europäer oder Amerikaner sind, es sind in erster Linie Menschen! Darum sind meine Gedanken in Kabul und bei den Hinterbliebenen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    Jetzt sind wieder Menschen gestorben, u. die IS denkt es wäre richtig? Wieso kann den niemand diese Gruppe aufklären, wie ein Glaube gelebt werden muss? Gläubige Menschen beten, der Islam will nicht, dass Menschen sterben, Muslime haben ihren Glauben im Herzen, jederzeit sind sie Ihren eigenen Lehrer, sie reflektieren sich selber u. bitten Gott um Verzeihung für kleine Fehler, sie sind belesen! IS sind leider WILD geworden, die nichts zu verlieren haben, dass dürfte auch nicht vorkommen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Alex Bauert (A. Bauert)
      «wie ein Glaube gelebt werden muss» ... das entscheidet eben dieser Glaube selber ... Deshalb funktioniert nicht, was Sie, sicher gut gemeint, vorschlagen. Alle Menschen wollen Frieden. Es wird nur gekämpft, weil sich nicht alle einig sind darüber, unter welchen Bedingungen Friede herrschen soll. Leider.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen