Heftige Gefechte erschüttern Tripolis

Auch drei Jahre nach dem Sturz des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi kommt Libyen nicht zur Ruhe. In der Hauptstadt Tripolis bekämpften sich rivalisierende Milizen. Vier Raketen explodierten am Flughafen.

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Raketen schlagen in Tripolis ein

0:42 min, vom 13.7.2014

An Libyens wichtigstem Flughafen in Tripolis sind nach Medienberichten heftige Gefechte zwischen rivalisierenden Milizen ausgebrochen. Wie das Nachrichtenportal Al-Tadhamun berichtete, kämpften Bewaffnete, die den Milizen der Stadt Misrata nahestehen, gegen Brigaden der Stadt Al-Sintan.

Dabei schlugen vier Raketen auf dem Gelände des internationalen Flughafens ein, wie ein Flughafensprecher mitteilte. Der Flugverkehr wurde eingestellt.

Die Sintan-Brigaden, die Gebiete rund um den Flughafen kontrollieren, wurden den Angaben zufolge von islamistischen Milizen angegriffen, die sie von dort vertreiben wollen. Die Schüsse schwerer Waffen waren bis ins 25 Kilometer entfernte Stadtzentrum zu hören, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Viel Öl in Libyen

Die Sintan-Brigaden hatten am bewaffneten Aufstand gegen den langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi teilgenommen. Gaddafi war 2011 mit Unterstützung der Nato gestürzt worden.

Das ölreiche nordafrikanische Land kommt seitdem nicht zur Ruhe. Vor allem im Osten Libyens gab es in jüngster Zeit heftige Kämpfe zwischen islamistischen Rebellen und selbsternannten Sicherheitskräften.

USA schalten sich ein

Bereits am Samstag zeigte sich die US-Regierung «tief besorgt» über die anhaltende Gewalt. Sie könne zu einem «breiten Konflikt» in dem Land führen, sagte die Sprecherin des Aussenministeriums. Sie verlangte, dass das neugewählte Parlament so schnell wie möglich zusammentreten müsse und auch die Arbeit an der neuen Verfassung «ohne Behinderung und Gewalt» fortgesetzt werden solle.

Das neue libysche Parlament soll den Nationalkongress ablösen, der wegen interner Grabenkämpfe und der Duldung islamistischer Milizen seine Autorität einbüsste. Das Mandat des Übergangsparlaments lief bereits im Februar aus.

Der Versuch der Abgeordneten, ihre Amtszeit bis Dezember zu verlängern, wurde schliesslich durch Proteste vereitelt. Das Ergebnis der Parlamentswahl von Ende Juni soll am 20. Juli bekanntgegeben werden.