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International Heftige Kämpfe in Syrien – Vormarsch Assads gen Osten erwartet

Vor einer Woche flogen die Russen erste Luftangriffe in Syrien. Jetzt unterstützt Moskaus Luftwaffe einen Angriff des Regimes auf Rebellen. Ob es sich dabei um den Beginn einer grossen Bodenoffensive handelt, ist unklar.

Legende: Video «Syrische Armee startet Offensive» abspielen. Laufzeit 1:03 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.10.2015.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben mit russischer Luftunterstützung im Nordwesten des Landes eine massive Bodenoperation gegen Rebellen begonnen. Russlands Präsident Wladimir Putin bestätigte Berichte der syrischen Opposition. Die Gefechte nördlich der Stadt Hama seien die heftigsten seit Monaten, berichtete zudem die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London.

Für den Strategieexperten der ETH Zürich, Mauro Mantovani, gehe es Assad im wesentlich darum seine Machtbasis im Küstengebiet zu erhalten. In einem weiteren Schritt erwartet Mantovani einen Vormarsch gegen Osten um bei allfälligen Waffenstillstand- oder Friedensverhandlungen eine möglichst gute Ausgangsposition zu erzielen. Hier spielen die Staaten Russland und Iran, die Assad bei der Offensive unterstützen, eine wesentliche Rolle.

Legende: Video «Die Analyse des Strategieexperten zur Offensive in Syrien» abspielen. Laufzeit 1:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.10.2015.

Nicht nur den IS im Visier

Russland hatte vor einer Woche mit Luftangriffen in Syrien begonnen und argumentiert, damit die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen zu wollen. Die meisten Luftschläge richteten sich jedoch gegen Gebiete unter Kontrolle von Regimegegnern, die den IS bekämpfen.

Beobachter gehen davon aus, dass Russland die Macht des umstrittenen syrischen Machthabers Baschar al-Assad sichern will. Die Angriffe der USA und ihrer Verbündeten hingegen sollen nur den IS treffen.

Beginn einer grossen Offensive – oder nur Tests?

Es ist nicht klar, ob es sich bei den Angriffen um den Beginn einer in den vergangenen Tagen angekündigten Bodenoffensive handelt. Der Leiter der Menschenrechtler, Rami Abdelrahman, sagte, der Angriff sei ein Test für einen Grossangriff. Ein Militärberater der moderaten Freien Syrischen Armee (FSA) erklärte hingegen, die Operation sei der Beginn der Bodenoperation. Niemand nutze eine derartige Feuerkraft für einen Test, sagte Osama Abu Seid.

Gegner und Verbündete des Regimes hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass Tausende Kämpfer aus dem Iran und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah für eine Bodenoffensive der Armee gegen Rebellen nach Syrien verlegt worden seien. FSA-Berater Abu Seid sagte, es gebe Informationen, dass Iraner die Angriffe kommandierten.

Das umkämpfte Gebiet steht unter Kontrolle mehrerer moderater und radikaler Gruppen, die mit dem IS verfeindet sind. Zu ihnen gehört neben Brigaden, die vom Westen unterstützt werden, auch die Al-Nusra-Front, ein syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

25 Kommentare

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  • Kommentar von A. Schulze (A. Schulze)
    Wie naiv kann man eigentlich sein. Das war doch von Anfang an klar, dass russische Luftangrife Hand in Hand gehen mit einer Offensive am Boden durch die syrische Armee. Die machen keinen Bogen um "gute" Terroristen. Wie sonst soll die Terrororganiation IS vernichtet werden?! Wem das nicht passt, hat die Wahl. Entweder wird das Land von der Syrischen Armee oder von den IS- Kämpfern gesäubert und regiert. Oder ist jemand für die dritte Option, UN-Soldaten zu opfern um beide Parteien zu vernichten?
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Natürlich sterben nur die ganz ganz Bösen, wenn der Westen ein Land bombardiert. Und damit das auch stimmt, legt der Westen fest, wer die Bösen sind. RU sorgt dafür, dass Assad seine Feinde bekämpfen kann. Da wird nicht unterschieden, ob es böse oder moderate Feinde sind. In Syrien gibt es so viele Gruppen, dass ein Unterschied auch schwierig ist. Kriege waren schon immer schmutzig. Die gemässigten moderaten Kräfte waren am Schluss oft die Angeschmierten, gleich wer der Aggressor war.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    Mark Toner, sagte in einer Pressekonferenz: „Nicht deutet darauf hin, dass Russland den IS angreift“. Daraufhin nahm Gayane Chichakyan ihn ins Kreuzfeuer und wollte wissen, worauf seine Aussage beruht, denn Städte wie Rakka oder Idlib hatten die US-Amerikaner vor kurzem selbst angegriffen. Sie führt aus, dass der Pentagon vor weniger als einem Monat sich beklagte, dass man kaum „moderaten Rebellen“ ausfindig machen könne, kaum greift Russland an, scheint Syrien geradezu überschwemmt von ihnen.
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