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International Hier müssen Sie Ihren Pass zeigen

Die vielen Flüchtlinge setzen den Schengen-Raum für passfreies Reisen massiv unter Druck. In sechs Ländern erwarten Sie Grenzkontrollen.

Grundsätzlich gilt zwischen den 26 Schengen-Staaten die Reisefreiheit. Der Zustrom von Flüchtlingen nach Europa setzt den Schengen-Raum für passfreies Reisen aber massiv unter Druck. Deshalb haben sechs Staaten Grenzkontrollen eingeführt.

Dies darf laut Schengen-Grenzkodex aber nur vorübergehend und «im Falle einer schwerwiegenden Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder inneren Sicherheit» erfolgen. Ein Mitgliedstaat muss im Falle solch einer Entscheidung die anderen Länder und die EU-Kommission informieren. Die Kommission prüft dann, ob die Massnahme gerechtfertigt ist.

Diese Länder kontrollieren ihre Grenzen:

  • DEUTSCHLAND hat am 13. September 2015 Grenzkontrollen eingeführt. Besonderer Fokus liegt auf der deutsch-österreichischen Grenze. Der Antrag wurde mehrmals verlängert und besteht derzeit bis zum 13. Februar. Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat aber bereits angekündigt, die Kontrollen auf unbestimmte Zeit zu verlängern.
  • In ÖSTERREICH werden seit dem 16. September die Grenzen kontrolliert; besonders stark werden Einreisende aus Slowenien geprüft. Der Antrag wurde zunächst bis zum 15. Februar verlängert.
  • SCHWEDEN kontrolliert seit dem 12. November seine Grenzen, vor allem die Häfen im Süden und Westen und die Öresund-Brücke zwischen Dänemark und Schweden. Die Kontrollen sind derzeit bis zum 8. Februar geplant.
  • FRANKREICH hat angesichts der Terroranschläge vom 13. November Grenzkontrollen eingeführt und will diese derzeit bis zum 26. Februar weiterführen.
  • In NORWEGEN werden seit dem 26. November die Grenzen kontrolliert, was derzeit bis zum 14. Februar weitergeführt werden soll.
  • Auch DÄNEMARK hat am 4. Januar Grenzkontrollen eingeführt. Das Land plant derzeit, Einreisende bis zum 3. Februar zu prüfen.

Weitere Länder, etwa MALTA, UNGARN und SLOWENIEN, hatten im vergangenen Jahr auch kurzzeitig Grenzkontrollen eingeführt.

EU- aber kein Schengen-Land

Die EU-Staaten Grossbritannien, Irland und Zypern sind dem Schengener-Abkommen nicht beigetreten. Zudem wenden die EU-Mitgliedsländer Bulgarien Rumänien und Kroatien das Schengen-Abkommen bislang nur teilweise an.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Ja - die EU macht im Moment vieles falsch. Die Reisefreizügigkeit im Schengenraum (zu dem ja auch das Noch-nicht-EU-Mitglied Schweiz gehört) darf m.E. unter keinen Umständen geopfert werden. Bei der Kontrolle der Aussengrenzen darf die EU die dort gelegenen Staaten nicht allein lassen; diese dürfen sich aber auch nicht gegen die Hilfe wehren! Einmal mehr könnte die Schweiz ihre Erfahrung mit dem Föderalismus zum Nutzen aller einbringen - wenn sie denn Mitglied der EU wäre...
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    "In diese Staaten kommen besonders viele Migranten" Endlich hat man es erfasst. Es handelt sich hier nämlich um eine Völkerwanderung gen Europa der Stärksten aus den ärmsten Regionen dieser Welt.
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    1. Antwort von Simon Suter (Simi)
      Natürlich, und solche Migrationsströme gibt es, seit es Menschen gibt. Und keine geschlossene Grenze und kein restriktives Einreisegesetz wird dies ändern können. Wir können nur entscheiden, wie wir mit den Menschen, die zu uns kommen, umgehen. Klassifizieren wir sie gleich schon von Anfang weg als illegal und machen sie zum Problem, noch bevor sie irgendetwas angestellt haben? Oder bemühen wir uns um eine rasche, reibungslose Integration? DAS ist die einzige Wahl, die wir haben.
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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Hat nicht die EU jüngst bekräftigt, die Personenfreizügigkeit und offene Grenzen seien unverhandelbar? Was für eine Jammervorstellung diese EU....
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