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International Hilfe für Flüchtlinge in Nordirak angelaufen

Die UNO beginnt mit einer Hilfsaktion für eine halbe Million Flüchtlinge in Nordirak. Ab Mittwoch würden Hilfsgüter in die Stadt Erbil gebracht – mit Flugzeugen und auf dem Landweg. Derweil begannen Einheiten der irakischen Armee mit einer Offensive, um die Stadt Tikrit zurückzuerobern.

Eine Flüchtlingsfamilie mit Gepäck auf der Landstrasse.
Legende: Die UNO plant eine grossangelegte Hilfsaktion für Flüchtlinge im Nordirak. Keystone

Die Vereinten Nationen starten eine grossangelegte Hilfsaktion für die Flüchtlinge im Nordirak. Ab Mittwoch würden mit einer Luftbrücke und auch auf dem Landweg Zelte, andere Güter sowie Lebensmittel nach Erbil und in die Umgebung der Stadt gebracht, sagte ein Sprecher des UNO-Hilfswerks UNHCR in Genf.

Damit sollten 500'000 Personen versorgt werden. Nach Angaben des Bürgermeisters von Erbil sind 1,7 Millionen Menschen vor der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflüchtet, die einen Grossteil des Nordirak unter ihre Kontrolle gebracht hat.

Vier Tage lang sollen nach Angaben des UNHCR-Sprechers Hilfsgüter vom jordanischen Akaba nach Erbil geflogen werden. Zudem würden in den kommenden zehn Tagen Hilfskonvois auf dem Landweg aus der Türkei und Jordanien in den Nordirak fahren. Auch Lieferungen aus Dubai über den Iran seien geplant.

IS rekrutiert Kämpfer in Syrien

Derweil rekrutierte die Dschihadisten-Organisation nach Angaben der «Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte» in Syrien immer mehr neue Kämpfer. Allein im vergangenen Monat hätten sich rund 6000 Menschen den Islamisten angeschlossen.

Unter den neu Rekrutierten seien rund 1000 Ausländer, der Rest stamme aus Syrien, sagte der Gründer der in London ansässigen Organisation, Rami Abdelrachman. Bislang wurde die Zahl der Mitglieder der Extremisten-Miliz auf rund 15'000 geschätzt.

Vormarsch der Regierungstruppen in Tikrit

Ferner begannen die irakischen Streitkräfte mit einer Offensive, um die Stadt Tikrit von der IS zurückzuerobern. Nach Angaben aus der Armee und der Polizei rückten die Regierungstruppen von Süden aus vor. Allerdings werde der Vormarsch durch Landminen, Sprengfallen und Heckenschützen immer wieder aufgehalten.

Die Stadt, die 160 Kilometer nördlich von Bagdad liegt, war im Juni von sunnitischen Aufständischen unter Führung der IS eingenommen worden. Dort leben besonders viele Anhänger des gestürzten langjährigen Machthabers Saddam Hussein, die sich mit den sunnitischen Extremisten verbündet haben, um gegen die von Schiiten geführte Regierung in Bagdad zu kämpfen. Ein Versuch der Armee, die IS auch aus Tikrit zu vertreiben, war Mitte Juli gescheitert.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Der Terrorismus kann nicht mit Waffen bekämpft werden, da der Einsatz von Waffen auch nur Terrorismus ist. Das zeigt ja der US-Krieg "gegen den Terror". Seit die Amis das versuchen, haben die Terroristen keine Probleme mehr, neue Terroristen zu rekrutieren. Der einzige Weg ist wohl zu sagen; wir haben den israelischen Staat akzeptiert, also müssen wir auch den islamischen Staat akzeptieren. Gebt ihnen, was sie wollen, und sie werden Häuser statt Bomben bauen. Aber diese Grösse fehlt euch, was?
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    1. Antwort von Manuel Gasser, Schaffhausen
      Sie haben keine Ahnung was die IS ist. Würden Sie einen Staat akzeptieren der Andersdenkende massakriert und förmlich zur Konvertion zum Islam zwingt. Die IS versklaven Frauen und Kinder von Jesiden, Christen und gemässigten Muslimen. Das sind wirklich Barbaren und in keinster Form würdig als Staat akzepiert zu werden. Die IS enthauptet Menschen um deren Köpfe als Warnung zu präsentieren.
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      "Die vollständige Vernichtung des Feindes ist gerechtfertigt. Er ist schliesslich ein barbarisches Monster.". 100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg haben noch nicht alle begriffen, das auch die andere Seite dasselbe sagte: "Die vollständige Vernichtung des Feindes ist gerechtfertigt, er ist schliesslich ein barbarisches Monster.". Mit Begeisterung in den Krieg, viel Spass!
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    3. Antwort von Cello Lehmann, Sissach
      Wer hat die kriminelle IS Hervorgerufen Onkel Sam und seine Freunde,weilgewise Herren nur den profit sahen und nicht das wohlergehen des Volkes Irak war Wirtschaftlich ein gut funktionierenden Staat auch für die umliegenden Staaten sie hatten Wasser und Essen: Heute Tote und flüchtlinge Super!!
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