Hilfe soll alle Menschen in Syrien erreichen

Erstmals seit Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs fasst der UNO-Sicherheitsrat einen Beschluss, der die Lage zahlloser Opfer tatsächlich verbessert. Humanitäre Hilfe soll künftig nicht mehr nur dort geleistet werden, wo es das Assad-Regime zulässt, sondern überall im Land.

Lastwagen-Konvoi des syrisch-arabischen Roten Halbmondes.

Bildlegende: Der syrisch-arabische Rote Halbmond darf auch Oppositionelle mit Hilfsgütern versorgen. Keystone

Es ist ein kleiner Lichtblick in einer grossen Tragödie: Nicht länger bestimmt Diktator Baschar al-Assad, wer in Syrien Hilfe von der UNO bekommt und wer nicht.

Längst überfällige Kursänderung

Bisher schnitt das Regime die von der Opposition kontrollierten Gebiete weitgehend von der internationalen Hilfe ab. Denn die UNO als Organisation von Staaten hilft traditionell nur mit Erlaubnis der betroffenen Regierungen.

Generalsekretär Ban Ki Moon äussert sich über seinen Sprecher erleichtert über die überfällige Kursänderung des Sicherheitsrates.

Fast drei Millionen Menschen, die keinen Zugang zu Nahrung und medizinischer Hilfe hatten, könnten nun erreicht werden. Humanitäre Transporte sollen künftig über Grenzposten zur Türkei, Jordanien und Irak direkt in Oppositionsgebiete gelangen.

Vetomächte verhindern Sanktionen

Das Assad-Regime sieht die neue Regelung als Attacke auf die Souveränität Syriens. Doch selbst China und Russland stimmten am Ende zu. Die Länder verhinderten jedoch, dass der Sicherheitsrat auch Sanktionen androht, falls der Diktator weiter versuchen sollte, Hilfslieferungen zu behindern.

Die Resolution markiert einen fundamentalen und von Hilfswerken seit langem geforderten Kurswechsel der UNO. Das Prinzip, auch gegen den Willen einer Regierung zu helfen, könnte sich nun auch in anderen Konflikten durchsetzen.