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International Hilfsorganisationen: UNO hat in Syrien versagt

Die humanitäre Bilanz sei verheerend. 76'000 Menschen seien 2014 getötet worden. 5,6 Millionen Kinder seien auf Hilfe von aussen angewiesen. Das sagen Hilfsorganisationen.

Kinder, verloren in den Trümmern.
Legende: Kinder, verloren in den Trümmern. Reuters

Die 21 Hilfsorganisationen haben dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) völliges Versagen in der Syrien-Krise vorgeworfen. Statt geschützt zu werden, hätten die 2014 Syrer das blutigste Jahr des Konflikts erlebt. Zudem droht den Helfern das Geld auszugehen.

«Katastrophales Zeugnis»

Der UNO sei es nicht gelungen, die Menschen in dem Land zu schützen, heisst es in dem Bericht «Failing Syria» (Versagen in Syrien), Link öffnet in einem neuen Fenster zum vierten Jahrestag des Beginns der Proteste am 15. März, die schliesslich zum Bürgerkrieg führten.

Die 21 Gruppen – darunter Oxfam, World Vision, Pax Christi International, Save the Children und Handicap International – bewerten ihren Syrien-Bericht als «katastrophales Zeugnis» für die Vereinten Nationen und die Konfliktparteien.

2014: Blutigstes Jahr des Konflikts

Seit 2011 seien 220'000 Menschen getötet worden. Die Helfer werfen dem Sicherheitsrat vor, dass keine seiner drei Resolutionen etwas bewirkt habe. Statt geschützt zu werden, hätten die Syrer 2014 das blutigste Jahr des Konflikts erlebt. 76'000 Menschen seien getötet worden, damit kam mehr als ein Drittel aller Todesopfer der vierjährigen Gewalt im vergangenen Jahr ums Leben.

Legende: Video Syriens Kinder zwischen den Fronten abspielen. Laufzeit 48:00 Minuten.
Aus SRF mySchool vom 25.02.2015.

Die Zahl der kaum zu erreichenden Hilfebedürftigen habe sich trotz einer UNO-Resolution auf 4,8 Millionen mehr als verdoppelt. 5,6 Millionen Kinder seien auf Hilfe von aussen angewiesen, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Druck auf Konfliktparteien erhöhen

«Die bittere Realität ist, dass der UNO-Sicherheitsrat die UNO-Resolutionen nicht umgesetzt hat. Das vergangene Jahr war das dunkelste seit Ausbruch dieses fürchterlichen Krieges», sagte Kathrin Wieland von Save the Children.

Robert Lindner von Oxfam sagte: «Die Regierungen einflussreicher Staaten müssen endlich dafür sorgen, dass der Konflikt nicht weiter angeheizt wird und dass die Nothilfemassnahmen massiv ausgeweitet werden.» Sie müssten den Druck auf die Konfliktparteien erhöhen.

Ein Mann beugt sich zu einem Mädchen herunter.
Legende: Vielfach am Ende ihrer Möglichkeiten: Helfer verteilen Nahrungsmittel nahe der Hauptstadt Damaskus. Keystone

UNO-Hilfe unterfinanziert

Den Helfern der UNO und anderen Hilfsorganisationen könnte auch noch das Geld ausgehen. Schon 2013 waren die UNO-Hilfsmassnahmen nur zu 71 Prozent finanziert, heisst es in dem Bericht. Im vergangenen Jahr seien es dann nur noch 57 Prozent gewesen.

Währenddessen verschärfe sich die humanitäre Krise mehr und mehr: Derzeit seien 3,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien in den Nachbarländern. Den Prognosen der Helfer zufolge werden es Ende des Jahres 4,3 Millionen sein.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Und keiner spricht davon, wie der Westen Syrien mit "Freiheitskämpfern" (neu IS) infisziert hat, um dort einen Regimechange zu provozieren (Unschuldige erschiessen und es der syrischen Armee unterschieben). Ich bin jetzt kein Assad Fan. Aber wie im Irak, in Lybien oder der Ukraine ist der Agitator unschwer auszumachen. Dumm, dass es die grösste Militärmacht der Welt ist. Wer will sich da schon ins Schussfeld bringen?
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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Sorry ich wiederhole mich....5.6 Millionen Kinder seien auf Hilfe angewiesen und bei uns sieht man nur junge gesunde Männer.....Unser Aslywesen ist mehr als Krank!
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    1. Antwort von R.Graf, SO
      Die meisten dieser syrischen Flüchtlinge kommen auf einem alten Fischerboot übers Mittelmeer zu uns und sogar viele der erwachsenen Flüchtlinge überleben diese Reise nicht. Es gibt aber auch syrische Familien mit Kindern, die es bis in die Schweiz schaffen. Viele dieser Kinder sind traumatisiert von dem Erlebten.
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  • Kommentar von Tamer Aboalenin, Bern
    Es gibt mehr als genug Beweise, dass die UNO überall versagt hat. Deshalb ist ein Reform ein MUSS, sonst werden wir mehr und mehr Probleme haben und die Konsequenzen werden wir alle spüren.
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