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International Hilfstransport für Homs unter Beschuss

Schüsse behindern die Arbeit der Helfer in Homs. Zwei Lastwagen mit Hilfsgütern konnten dennoch die Altstadt erreichen. Die Konfliktparteien beschuldigen sich gegenseitig, die Hilfe zu sabotieren.

Zwei Autos der UNO fahren durch ein zerstörtes Quartier.
Legende: Ein Konvoi der UNO fährt in die belagerte Altstadt von Homs ein. Reuters

In der seit eineinhalb Jahren belagerten Altstadt von Homs haben die Zivilisten erstmals Hilfslieferungen mit Lebensmitteln und Medikamenten
erhalten. Mindestens zwei Lastwagen der Vereinten Nationen erreichten am Samstagnachmittag die Stadt. Allerdings wurden sie laut dem syrischen Roten Halbmond von Granaten beschossen.

Vertreter des syrischen Regimes von Präsident Baschar al-Assad und der Rebellen beschuldigten sich in Homs gegenseitig, eine seit dem Vortag geltende Waffenruhe gebrochen zu haben.

Gegenseitige Schuldzuweisung

Legende: Video «Hilfskonvoi unter Beschuss» abspielen. Laufzeit 1:11 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 08.02.2014.

Der Gouverneur der Provinz Homs, Talal al-Barasi, erklärte, die Aufständischen hätten aus ihrer Zone Mörsergranaten abgefeuert. Der Aktivist Omar Homsi aus dem belagerten Teil von Homs sagte, Heckenschützen des Regimes hätten Schüsse auf den Zugang zur Altstadt abgegeben, um die Einfahrt der Hilfskonvois zu sabotieren.

Laut dem Roten Halbmond wurde ein Fahrer des Lastwagenkonvois durch den Angriff verletzt. Zuvor hatte ein UNO-Vertreter gesagt, nach Homs würden Notrationen für 2500 Menschen, Medikamente, Bettzeug, Bargeld und andere Hilfsgüter geliefert. Sie seien sowohl für diejenigen bestimmt, die die Stadt verlassen, als auch für diejenigen, die dort bleiben wollten.

«Kleiner, aber wichtiger Schritt»

Am Freitag hatten die ersten rund 80 Zivilisten – Frauen, Kinder, ältere Menschen – die Altstadt verlassen können. Der Hilfsaktion war eine Einigung zwischen der Regierung in Damaskus, den Aufständischen und den Vereinten Nationen vorausgegangen. UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sprach von einem «kleinen, aber wichtigen Schritt auf dem Weg zur Einhaltung internationaler Menschenrechte».

Die Umsetzung der Homs-Vereinbarung gilt als wichtige Voraussetzung für die zweite Runde der Genfer Friedensgespräche. Sie soll am Montag beginnen. Die erste Runde dieser Gespräche war Ende Januar ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Der Homs-Kompromiss war erst vor wenigen Tagen erzielt worden.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Willy Gruen, Crassier
    Ich kann alle jungen Männer in Syrien nur dazu aufrufen, sich der sinnlosen Gewalt zu entziehen, indem sie das Land verlassen und die Zeit des Bürgerkrieges woanders verbringen. Es hat keinen Sinn, auf irgendeiner Seite zu kämpfen. Es wird keine militärische Lösung des Konfliktes geben, es wird nur Tote auf allen Seiten geben. Erst wenn der Nachschub von Menschen und Material austrocknet wird der Krieg aufhören. ODER wenn sich alle Parteien zu Friedensverhandlungen zusammenfinden. Wo ist Genf 3?
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  • Kommentar von Urs Schmidlin, Riehen
    Irgendwo habe ich gelesen, die syrische Armee belagert zusammen mit der Hisbollah mehr als 40 Orte. Es gibt dazu verschiedene Angaben. Beispiel: "Videointerviews aus Zabadani: 500 Tage der Belagerung" "“Zabadani ist seit 550 Tagen durchgängig belagert. Zu der Belagerung zählt auch, dass keine Lebensmittel und keine Medikamente in die Stadt gelassen werden. Zusätzlich zur vollständigen Abriegelung ist die Stadt einer durchgängigen Bombardierung ausgesetzt." Siehe im Netz: "Adopt a Revolution".
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