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International Himalaya-Drama: Über 25 Tote, dutzende Vermisste

Im Himalaya hat ein heftiger Schneesturm – Ausläufer des Zyklons «Hudhud» – hunderte Wanderer und Bergsteiger überrascht. Eine Schweizer Reisegruppe war auch dabei, ist aber in Sicherheit. Die herbstliche Hauptsaison lockt normalerweise hunderte Touristen in die nepalesische Natur.

Legende: Video Noch immer 70 Vermisste am Himalaya abspielen. Laufzeit 1:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.10.2014.

Im Himalaya hat ein heftiger Schneesturm mindestens 29 Menschen das Leben gekostet. Die Bergungskräfte haben zu dutzenden Bergsteigern weiterhin keinen Kontakt. Die Verstorbenen stammen aus Nepal, Kanada, Polen, Israel, der Slowakei, Indien und Vietnam. Unter den Opfern sind auch drei Yak-Hirten.

Insgesamt seien bisher 133 Personen gerettet worden, sagte ein Polizeisprecher. Viele davon litten an Erfrierungen und wurden in Spitäler nach Kathmandu gebracht.

Schlechte Mobilfunkverbindung erschwert Suche

Die Vermisstensuche sei wegen der schlechten Mobilfunkverbindungen schwierig, sagte er weiter. Rettungskräfte berichteten von mehreren Metern Schnee und Lawinen, deswegen war zunächst unklar, wie viele Menschen noch unter dem Schnee liegen könnten.

Am Dienstag hatte ein Ausläufer des Zyklons «Hudhud» für einen vorzeitigen Wintereinbruch in Nepal gesorgt. Eine der am schlimmsten betroffenen Regionen war das Gebiet um den Achttausender Annapurna. Dort zieht jeden Herbst eine beliebte Trekkingtour Wanderer aus aller Welt an.

Helikopter, Leute schleppen Verletzte auf Bahre
Legende: Bergung von Überlebenden und Leichen. Normalerweise ist derzeit die touristische Hochsaison in der Gegend. Keystone

Schweizer Reisegruppe in Sicherheit

In der Hochsaison im Oktober und November würden täglich Eintrittskarten für 280 bis 300 Menschen für die Region ausgestellt, erklärte ein Mitarbeiter des Annapurna-Naturschutzprojekts.

Insgesamt waren 168 ausländische Bergsteiger gemeldet, auch eine zehnköpfige Schweizer Gruppe befand sich im Gebiet. Die Bergsteiger seien aber in Sicherheit und sollten in den nächsten Tagen ausgeflogen werden, so der Reiseveranstalter Globetrotter.

Wirtschaftliche Katastrophe für Nepal

Dieses Jahr ist eines der schlimmsten in der Geschichte des Bergsteigens und Wanderns in Nepal. Im April waren bei einem Eisfall am Mount Everest 16 Nepalesen gestorben. Danach reisten hunderte Bergsteiger, die auf den höchsten Berg der Welt wollten, vorzeitig ab.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea Lusone, Bern
    Das Annapurna Trekking (das Unglück ist nicht am Mount Everest geschehen, sondern am Thorong La Pass) wird von tausenden von Wanderern begangen. Es ist ein T3-Wanderweg, wie er in der Schweiz von Familien begangen wird (auch hier kann jederzeit eine Lawine niedergehen). Die Wanderer sind nicht grössenwahnsinnige Menschen, die ihr Leben aufs Spiel setzen sondern Naturbegeisterte, die mit den Übernachtungen in den Tea Lodges vielen Familien überhaupt ein regelmässiges Einkommen sichern.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Anstand und Herz....., ich würde Ihnen empfehlen, ein Spendenkonto für die armen Nachfahren der Wanderer einrichten, die so überraschend umkamen, als sie, unter Einsatz ihres Lebens versuchten, auch zu denen zu gehören, über die man spricht. Warum nicht gar die Schweizer Berghilfe einsetzen, das wäre doch menschlich und mitfühlsam. Sorry, ich kann nicht mehr, vor lauter Tränen, die Tastatur schwimmt mir davon. Grössenwahn, Selbstüberschätzung, oder simple Einfalt, etwas muss es sein...
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  • Kommentar von Pia Müller, 9443 Widnau
    Mir tun vor allem die einheimischen Träger(Nepalesen) und auch deren Yak's leid. Sie setzen ihr Leben total ein für diese wander+bergsteigenden Touristen aus der ganzen Welt - logisch, sie verdienen Geld dabei. Doch der Mount Everest ist kein Spazierweg, was sich viele dieser Touristen bewusst sind - es aber trotzdem versuchen....
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