«Historischer Moment» – Klima-Abkommen unterzeichnet

Präsidenten, Minister und Premiers von über 170 Staaten haben das neue Klimaschutzabkommen bei der UNO in New York unterzeichnet. Dieses habe die Kraft, die Welt zu verändern, sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon.

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Schaulaufen fürs Klima

1:04 min, aus Tagesschau vom 22.4.2016

Nach Angaben von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon unterzeichneten 175 Staaten das Abkommen. «Dies ist ein historischer Moment. Niemals zuvor haben so viele Länder ein internationales Abkommen an einem einzigen Tag unterzeichnet», erklärte er.

Von Rousseff bis Kerry

Ban forderte in New York, dass nach der Unterzeichnung das Abkommen möglichst rasch von den einzelnen Ländern ratifiziert wird. Zusammen mit dem Armutsbekämpfungsprogramm der UNO habe die Klima-Vereinbarung «die Kraft, die Welt zu verändern», erklärte er. Zudem betonte er, dass die Ära des Konsums ohne Konsequenzen vorbei sei.

Erster in der langen Schlange von Unterzeichnern im UNO-Hauptquartier war der französische Präsident François Hollande, als Gastgeber der Klimakonferenz von Paris. Dort war das Abkommen vor vier Monaten ausgehandelt worden.

Die Unterzeichnung war auch ein Schaulaufen der Grössen aus der Weltpolitik: Neben Hollande setzten Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Kanadas Premierminister Justin Trudeau oder US-Aussenminister John Kerry ihre Unterschrift unter das Original. Das Treffen markierte die höchste Zahl an Unterzeichner-Ländern einer Vereinbarung am selben Tag. Es übertraf damit noch das UNO-Seerechtsübereinkommen, das 1982 in Jamaika an einem Tag von 119 Staaten unterzeichnet wurde.

Schweiz: 50 Prozent weniger Treibhausgasemissionen

Für die Schweiz hat Bundesrätin Doris Leuthard ihre Unterschrift unter den Klima-Vertrag von Paris gesetzt. Genehmigt das Parlament das Abkommen, bestätigt die Schweiz beim UNO-Klimasekretariat, dass sie ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 Prozent unter das Niveau von 1990 senken will. Die Ratifizierung des Pariser Vertrags soll bis Ende 2017 über die Bühne gehen.

Doris Leuthard

Bildlegende: Doris Leuthard setzte die Schweizer Unterschrift unter den Vertrag. Keystone

Die Unterzeichnung des Abkommens sei mehr als nur eine symbolische Geste, sagte Leuthard. «Wir sagen ja zu einer Welt, die das Zeitalter der fossilen Brennstoffe nach und nach hinter sich lässt», erklärte die Umweltministerin in Ihrer Rede am UNO-Hauptsitz. Sie forderte die Staaten auf, rasch an der Aufhebung von Subventionen für fossile Brennstoffe zu arbeiten.

Das Abkommen sieht vor, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Mass von deutlich unter zwei Grad und möglichst unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Damit es in Kraft treten kann, müssen es mindestens 55 Staaten ratifizieren, die zusammen mindestens 55 Prozent des Treibhausgasausstosses verursachen.