Hitzewelle in Australien – erste Opfer befürchtet

Tausende Menschen sind in Australien von verheerenden Buschbränden eingekesselt. In einigen Orten haben die Flammenwände sämtliche Fluchtwege über Land abgeschnitten. Die Polizei befürchtet erste Todesopfer.

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Waldbrände in Australien

0:31 min, aus Tagesschau am Mittag vom 5.1.2013

Eine Hitzewelle macht derzeit den Australiern zu schaffen. Die eigentlich für mildes Klima bekannte Insel Tasmanien vermeldete am Freitag den heissesten Tag seit Menschengedenken. Die ausgedörrte Landschaft ist idealer Nährboden für riesige Buschbrände.

Tausende Menschen seien auf der Insel von der Feuerwalze eingeschlossen, darunter 700 Touristen in Port Arthur. In der Nacht evakuierten die Behörden Inselbewohner über den Wasserweg und brachten sie in die Hauptstadt Hobart, berichtete der Sender ABC.

Polizei fürchtet erste Todesopfer

Die heftigen Buschbrände haben möglichweise auch schon erste Opfer gefordert. Dabei soll es sich um einen Mann handeln, der versucht habe, sein Anwesen vor den Flammen zu schützen.

Einem Medienbericht zufolge kam zudem eine deutsche Frau wegen der Hitze ums Leben. Die 31jährige habe einen Herzstillstand erlitten, als sie bei Temperaturen um 40 Grad Celsius mit einem Freund auf einem abgelegenen Pfad im Bundesstaat Victoria wanderte, schrieb die Zeitung «Sydney Morning Herald».
 
Angefacht durch brütende Hitze, Trockenheit und starken Wind wüteten auch in anderen Teilen Süd-Australiens Brände. Derzeit leiden weite Teile des Landes unter einer Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad.

Keine Entwarnung

Die Feuerwehr rief die Bewohner in den betroffenen Gebieten auf, die Notfallpläne zu befolgen und in den vielerorts eingerichteten Feuerschutzbunkern Zuflucht zu suchen.
 
Buschbrände sind während des australischen Sommers keine Seltenheit. Im Februar 2009 kamen bei Bränden im Bundesstaat Victoria 173 Menschen ums Leben, mehr als 2000 Häuser wurden zerstört.

Feuerfalle für Touristen

In Port Arthur warten nach Polizeiangaben noch 700 Menschen auf die Evakuierung der früheren Strafkolonie, grösstenteils Touristen. 3000 Mahlzeiten seien in der betroffenen Region verteilt worden. «Passt auf euch auf und bringt euch in Sicherheit», twitterte Premierministerin Julia Gillard. Ein Mann soll bereits ums Leben gekommen sein.