Zum Inhalt springen

International Hoeness muss vor Gericht und ist «überrascht»

Dem Präsidenten des FC Bayern München wird Steuerhinterziehung vorgeworfen. Uli Hoeness hatte vergeblich Selbstanzeige erstattet. Im März 2014 steht er vor Gericht.

Uli Hoeness, Präsident des FC Bayern München, im Porträt
Legende: Mehrere Millionen Euro soll Uli Hoeness am deutschen Fiskus vorbeigeschleust haben, berichten Medien. Keystone

Das Landgericht München II hat die von der Staatsanwaltschaft gegen den Präsidenten des FC Bayern München erhobene Anklage wegen Steuerhinterziehung unverändert zur Hauptverhandlung zugelassen, wie das Oberlandesgericht München mitteilte.

Das Gericht setzte für das Verfahren vier Verhandlungstage vom 10. bis zum 13. März 2014 an. Bislang ist die Vernehmung von vier Zeugen vorgesehen. Im Falle einer Verurteilung droht Hoeness im äussersten Fall eine mehrjährige Freiheitsstrafe.

Hoeness will mit «Argumenten» überzeugen

«Ich bin überrascht, dass unsere Selbstanzeige von den Behörden bis heute nicht als wirksam erachtet wird. Wir werden in den nächsten Monaten bis zum Prozess im März alles tun, um das Gericht von unseren Argumenten zu überzeugen», sagte der Präsident des deutschen Fussball-Rekordmeisters FC Bayern München.

Hoeness hatte eingeräumt, ein Konto in der Schweiz über Jahre vor dem Finanzamt verheimlicht zu haben. Er erstattete daraufhin Selbstanzeige. Der 61-Jährige soll laut Medienberichten Steuern in Höhe von 3,2 Millionen Euro hinterzogen haben. Die Selbstanzeige war allerdings fehlerhaft, weshalb die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Steuerhinterziehung erhob.

Aufsichtsrat des FC Bayern steht hinter Hoeness

Der Fall löste eine breite öffentliche Diskussion über das Thema Steuerehrlichkeit aus. Am Morgen des 20. März verhafteten die Strafverfolger Hoeness in seinem Haus am Tegernsee und durchsuchten seine Wohnung und Büroräume. Gegen eine Kaution in Millionenhöhe kam er wieder frei.

Der Aufsichtsrat des FC Bayern München machte deutlich, dass Hoeness selbst nach einer Verurteilung an ihrer Spitze bleiben könne: Das Gesetz kenne «für Mitglieder des Aufsichtsrats kein Amtsverbot wegen einer strafrechtlichen Verurteilung», hiess es in der Erklärung.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Sünder haben eben gesündigt. Aber wenn sich solche Sünder bis zum Moment als sie ertappt wurden auf allen nur denkbaren Talk-Shows, vor aller Augen als biedere Moralapostel, gepaart mit "gesundem Volksempfinden" präsentiert haben, hält sich das Mitleid in Grenzen. Bei einer Verurteilung wären nach bisherigem Brauch pro Million unterschlagener Steuern 1 Jahr Freiheitsstrafe, bei 3,2 Millionen also 3 Jahre fällig. Bei drei Jahren gäbe es auch keine Bewährung, käme also nur gesiebte Luft in Frage.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von tom Rosen, erlenbach
    Der böse Uli! Wollte er für sein Geld nach 54% Einkommenssteuer und jährlich 12-15% Vermögenssteuer nicht auch noch Kapitalertragssteuer zahlen. Und wenn er es dann vererben würde, dürfen seine Kinder dem deutschen Räuberstaat auch noch kräftig Erbschaftssteuer überweisen. Gern äussern sich hier die besonders (selbst)gerechten - etwas weniger vor dem Steuervogt abgesicherte eidgenössische Arroganz wäre angebracht. Oder zügelt doch mal nach D-Land und schaut dann, was euch mtl. übrig bleibt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von A. Schmidt, Stuttgart
      @tom Rosen, erlenbach: Was schreiben Sie denn da für einen Quatsch? In Deutschland gibt es doch gar keine Vermögenssteuer, ganz im Gegensatz zur Schweiz!!!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von tom Rosen, erlenbach
      Ach so. Ein bisschen Besserwisserei kann nicht schaden. Soll also heissen: steuergerechtes Deutschland greift die Hälfte des erarbeiteten Geldes ab, steuerböse Schweiz ist böse, weil sie ihren Bürger/innen tatsächlich etwas lässt. Wie das im Einzelnen heisst kann dahingestellt bleiben. Was zählt ist, dass in all den missgewirtschafteten, höchstverschuldeten EU-Musternationen der Haushalt mehr als schief hängt; im Vgl. zur Schweiz auch in D-Land übrigens. Erst Hausaufgaben machen, dann schreiben
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von paul jegerlehner, stetlen
    Steuerhinterzieher sind kriminelle Betrüger und müssen hart bestraft werden. Hoffentlich kommt U. Hoeness nicht mit einer Geldbusse oder einer bedingten Haftstrafe davon. Nein solche Leute gehören in den Knast denn sie bescheissen das eigene Heimatland. Aber auch das Land das solche Machenschaften begünstigt sollte an den Pranger gestellt und verurteilt werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von B. Küng, Seeland
      Besser hätte ich es nicht sagen können. Bleibt nur zu hoffen, dass die zuständigen Richter keine FC Bayern-Fans sind.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Thomas Wanner, Aarau
      Herr Jegerlehner, wir Bürgerlichen sind sehr enttäuscht, dass Sie so einen linggen, neidigen Beitrag schreiben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen