Hoher Vertreter der Roten Khmer ist tot

Der Führungszirkel des früheren kambodschanischen Terrorregimes schwindet: Nun ist Ieng Sary gestorben. Der frühere Aussenminister stand vor dem Völkermordtribunal in Phnom Penh. Doch ein Urteil wurde nie gesprochen.

Ieng Sary bei einer Anhörung vor dem Völkermordtribunal in Phnom Penh.

Bildlegende: Das Gesicht der Khmer Rouge im Ausland: Ieng Sary. Keystone

Das Regime überzog Kambodscha mit Terror. Jetzt ist ein hochrangiger Vertreter der Roten Khmer gestorben. Ieng Sary war Mitbegründer und Aussenminister des Regimes, das von 1975 bis 1979 im südostasiatischen Land herrschte.

Der 87jährige stand vor dem Völkermordtribunal in Phnom Penh. Das Gericht hatte Ieng Sary unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Er hat jede Schuld von sich gewiesen. Auch seine Frau Ieng Thirith war unter den Angeklagten. Gegen sie wurde das Verfahren bereits ausgesetzt, weil sie dement ist.

Ieng Sary war seit Anfang März im Spital. Verdauungsprobleme hätten sein schwaches Herz zu sehr belastet, sagte sein Anwalt.

Das Regime der Roten Khmer wollte einen utopischen Agrarstaat schaffen. Der «Bruder Nummer Eins», Pol Pot, führte das Regime an. Er war Ieng Sarys Schwager. Pol Pot starb 1998. Die Schreckensherrscher töteten nach Schätzungen zwischen 1,7 und 2,2 Millionen Menschen.