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International Hollande: «Griechenland entscheidet über Verbleib in Eurozone»

Ist ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone hinnehmbar? Frankreichs Präsident François Hollande legt die Verantwortung in Griechenlands Hände.

Legende: Video Griechenland ohne Euro? abspielen. Laufzeit 3:01 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.01.2015.

Der Verbleib Griechenlands in der Eurozone ist aus Sicht des französischen Präsidenten François Hollande eine griechische Angelegenheit. «Über die Eurozone entscheidet allein Griechenland», sagte Hollande im französischen Sender France Inter.

Mit Blick auf einen möglichen Wahlsieg der Linkspartei Syriza, die den Sparkurs aufkündigen und einen Schuldenerlass verhandeln will, sagte Hollande, die griechischen Wähler seien frei, über ihre Regierung zu entscheiden.

Frankreichs Staatschef kündigte für Sonntag ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Strassburg an. Dabei solle es auch um die Zukunft Europas und die deutsch-französischen Beziehungen gehen.

Die deutsche Regierung wies den Vorwurf zurück, sie wolle sich in den laufenden Wahlkampf in Griechenland einmischen. «Wir respektieren die souveräne Entscheidung der griechischen Wähler und warten jetzt einmal ab», sagte ein Regierungssprecher. Er erklärte dazu, er wolle sich zu «spekulativen Szenarien» nicht äussern.

«Schreckgespenst»

Der Chef der griechischen Linkspartei Syriza, Alexis Tsipras, hat die Debatte über einen Euro-Austritt des Landes als Schreckgespenst bezeichnet. Der konservative Regierungschef Antonis Samaras und seine Hinterleute benutzten dieses Schreckgespenst, um die Wähler zu terrorisieren, sagte Tsipras.

Legende: Video Griechenlands möglicher Austritt aus der Eurozone abspielen. Laufzeit 1:05 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 05.01.2015.

Dies werde ihnen nicht gelingen. Seine künftige Regierung werde hart mit den Geldgebern für eine Lockerung der Sparmassnahmen und einen Schuldenschnitt verhandeln, sagte der Oppositionsführer. Die Griechen könnten keine Sozialkürzungen mehr ertragen. Einseitige Massnahmen werde es von seiner Seite nicht geben. «Es sei denn, wir werden dazu gezwungen», fügt Tsipras doppeldeutig hinzu.

Was ist «Grexit»?

«Grexit» bedeutet der Exit Griechenlands aus dem Euro. Plötzlich ist dieses Szenario wieder denkbar. Dafür mitverantwortlich ist «Der Spiegel», der berichtet hat, für Deutschland sei ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone nun doch hinnehmbar. Die griechische Opposition hat angekündigt, sie wolle bei einem Sieg den Sparkurs nicht weiterführen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Hartmann, Rep. Dominicana
    C.Schenk@ Ich hoffe wir als Auslandschweizer duerfen auch unsere Meinung vertreten ! Wir sind immerhin noch Schweizer, deshalb brauchen Sie Sen. Nanni nicht so ueber das Maul zu fahren.Wir leisten vielleicht mehr im Ausland fuer die Schweiz als mancher Schweizer im Inland.Ein EU Beitritt haette grosse konsequenzen auch fuer Auslandschweizer.
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  • Kommentar von E. Burri, Luzern
    @m.mitulla: Und ich hoffe bloss, dass unsere SNB ihre Hausaufgaben gemacht hat, und unser Geld nicht in Griechenland ist! ...wie uns SNB-Präsident Thomas Jordan heute mitteilte, fürchtet er sich vor einer "Konkursrettung" Griechenlands...
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      @E.Burri. Ich nehme an, wenn der Euro und die europäische Wirtschaft ins "Schlingern" kommt wird die Schweiz davon betroffen sein - ob die Bindung an den Euro noch da ist oder nicht, denn unser wichtigster Handelspartner ist die EU. In GR wird die SNB kaum grosse Risiken eingehen, das entspräche nicht ihrem Auftrag: Sie soll sich vom Gesamtinteresse des Landes leiten lassen, als vorrangiges Ziel die Preisstabilität gewährleisten und dabei die Konjunktur berücksichtigen.
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  • Kommentar von Thomas von Matt, Zürich
    Wieso wird hier eigentlich immer wieder behauptet, die Mehrheit der CH-Politiker wollen uns in die EU führen? Und ein Beitritt würde wenn ja sowieso nur vom "VOLK" gewählt werden! In diesem Forum leiden wohl einige Leute an Paranoia... @Christenmann: Kann mich nicht erinnern das irgendjemand das Votum der Schweiz als widerrechtlich betitelt hat. Nur muss man halt auch mit den Konsequenzen leben können... das gilt auch für das wählende Land, in diesem Falle CH.
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