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Präsidentenwahl Frankreich Hollande verzichtet: Ergreifen die Linken die Chance?

Der Entscheid des Präsidenten wird in Frankreich begrüsst. Er schafft Raum für neue Dynamik bei den Linken.

Legende: Video «Hollande zieht sich zurück» abspielen. Laufzeit 5:40 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.12.2016.

SRF News: Wie reagiert man in Frankreich auf die Ankündigung des Präsidenten?

Charles Liebherr: Das Spektrum der Reaktionen ist breit. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Hollandes Verzicht für vernünftig halten, weil ihm so eine Niederlage erspart wird und auch, weil es dem linken Lager Raum verschafft, vielleicht doch noch in letzter Minute einen gemeinsamen Weg für die Präsidentschaftswahlen zu finden – im Idealfall mit einem gemeinsamen Kandidaten, der aus den bevorstehenden Primärwahlen hervorgeht. Die Chancen sind zwar eher klein, und die Zeit ist äusserst knapp. Aber in der französischen Politik ist nichts unmöglich, wie die Vorwahlen des Mitte-Rechts-Lagers gezeigt haben.

Jetzt ist der Weg frei für Manuel Valls. Hat die Linke mit ihm grössere Chancen?

Er hat sicher die besseren Chancen als Hollande. Aber zum jetzigen Zeitpunkt hat er kaum Chancen, um in einem halben Jahr schon die Stichwahl bei den Präsidentschaftswahlen zu gewinnen. Alles deutet auf einen Zweikampf zwischen dem konservativen Rechten François Fillon und Marine Le Pen von Rechtsaussen, vom Front National, hin.

Kann Manuel Valls denn die Linken hinter sich einen?

Nein. Sollte Valls antreten, wird er immer noch einen grossen Teil seiner Partei gegen sich haben: Jene, die Hollande und ihn in die gleiche Linie stellen. Auch die Grünen und die von Linksaussen kann er nicht einbinden. Die Vorwahlen bei den Sozialisten finden in 50 Tagen statt. Die kommenden Tage und Wochen müssen nun zeigen, ob eine neue Dynamik entstehen kann. Es ist nicht auszuschliessen, dass sich die Reihen doch noch schliessen. Jetzt, da sich der gemeinsame Feind Hollande aus dem Rennen genommen hat.

Charles Liebherr

Charles Liebherr

Seit 2014 ist Charles Liebherr Frankreich-Korrespondent von Radio SRF. Er studierte in Basel und Lausanne Geschichte, Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaft sowie Politologie. Davor war er beim Schweizer Radio unter anderem als Wirtschaftsredaktor tätig.

2 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Nein, jetzt muss ein Richtungswechsel stattfinden. Die Linke hat versagt (Terroranschläge). Vuillon wäre der richtige Mann für Frankreich. Aber auch Marie Le Pen würde sich eigenen. Dann würde wenigstens Ordnung im Land geschaffen. Ich sprach heute mit einem Bekannten, der in Nizza eine Wohnung hat. Sie würden kaum mehr in die Stadt gehen. Es sei zu gefährlich. Polizisten stünden überall herum. Deshalb bevorzugen sie für ihre Ausflüge das nahe Italien.
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    1. Antwort von carlo reve (emblem)
      habe ein kollegen in mulhouse,er sagt, nachts kann mann dort nicht mehr alleine spatzieren gehen, aber ebenauch da stellt sich die frage ob man sich nicht zu den rechten parteien stellen soll,mal schauen was in österreich passiert,am Sonntag.
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