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International Homo-Ehe in den USA landesweit zulässig

Das höchste US-Gericht hat die Homo-Ehe in allen 50 Bundesstaaten für zulässig erklärt. Die amerikanische Verfassung garantiere landesweit ein Recht auf gleichgeschlechtliche Eheschliessungen, urteilten die Richter.

Legende: Video USA legalisieren Homo-Ehe abspielen. Laufzeit 2:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.06.2015.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat die gleichgeschlechtliche Ehe in allen 50 Bundesstaaten legalisiert. In einer historischen Entscheidung urteilte der Supreme Court, dass das Verbot von gleichgeschlechtlichen Eheschliessungen gegen die Verfassung verstosse. Der Entscheid fiel mit 5 zu 4 Stimmen knapp aus. Fünf der neun Richter gelten als eher konservativ, vier als eher fortschrittlich orientiert.

Das Zünglein an der Waage spielte der konservative Anthony Kennedy. Der 78-Jährige, der 1988 vom damaligen Präsidenten Ronald Reagan zum Richter gewählt worden war, stimmte für die Homo-Ehe.

Während 36 Bundesstaaten sowie die Hauptstadt Washington homosexuelle und heterosexuelle Partnerschaften in den vergangenen Jahren gleichgestellt haben, herrschte in 13 Staaten weiterhin ein Verbot. Für betroffene Paare bedeutete das, dass sie Angst haben mussten, dass ihnen ihre Rechte weggenommen werden, wenn sie in einen Bundesstaat umziehen, der die Homo-Ehe nicht akzeptiert.

Regenbogenfahnen vor dem Gericht

In einer ersten Reaktion auf Twitter nannte US-Präsident Barack Obama das Urteil einen «grossen Schritt» in Richtung der Gleichberechtigung.

Vor dem Gerichtsgebäude in Washington versammelten sich Medienberichten zufolge Tausende Befürworter der Homo-Ehe. Kurz nach der Entscheidung fielen sie sich jubelnd in die Arme und feierten die bahnbrechende Entscheidung.

Schwule und Lesben dürfen adoptieren

Dass Schwule und Lesben in allen Bundesstaaten heiraten dürfen, habe auch Auswirkungen auf weitere Lebensbereiche, erklärt SRF-Korrespondent Beat Soltermann in Washington. «Sie dürfen zum Beispiel auch Kinder adoptieren.»

In den letzten Jahren habe diesbezüglich ein massiver Meinungsumschwung in der amerikanischen Bevölkerung stattgefunden. «Eine deutliche Mehrheit hat heute nichts mehr dagegen, dass auch Schwule oder Lesben heiraten», so Soltermann.

Widerstand gegen Homo-Ehe zwecklos

Heute stünden mehr Schwule und Lesben zu ihrer sexuellen Orientierung, so dass «viele heterosexuelle Leute, die der gleichgeschlechtlichen Ehe eher skeptisch oder ablehnend gegenüberstanden, realisiert haben, wie wichtig das Anliegen ist». Zudem hätten sich Bürgerrechtsorganisationen in den USA dafür stark gemacht.

Mit Widerständen sei dennoch zu rechnen, schätzt der Korrespondent. «Die ersten Reaktionen der republikanischen Präsidentschaftskandidaten fielen sehr negativ aus.» Aber letztlich sei mit dem Urteil jede Opposition gegen die Homo-Ehe zwecklos: «Das Oberste Gericht ist die letzte Instanz. Es hat gesprochen und entschieden.»

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Was gehen mir die Schwulen auf den Keks. Nicht wegen ihrer sexuellen Ausrichtung, aber wegen der narzisstischen Selbstbeweihräucherung, die uns bald täglich in irgend einer medialen Form als politisches Manifest um die Ohren gehauen wird. Es gibt Menschen und andere Lebewesen, die nun wirklich benachteiligt sind, leider aber keine Lobby haben.
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    1. Antwort von Andreas Dante, Basel
      Sie haben recht, mega närvig, wie auch damals die unseelige Sklavenbefreiungsbewegung oder die Frauen, die damals auf die Strassen gingen, och weh, Anerkennung ungeachtet des Geschlechts. Am besten sollte nur noch der gesellschaftliche Durchschnitt an die Öffentlichkeit dürfen. Vor den anderen soll jemand mit einer Glocke hergehen und alle warnen, dass andere Lebensentwürfe entlangkommen. Seufz
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    2. Antwort von Christoph schmid, zürich
      Genau! Und weil es andere benachteiligte Menschen/ Lebewesen gibt, sollen die Schwulen nun keine Gleichberechtigung erhalten!? Sie scheinen mir bei der Hirnverteilung auch ein bisschen benachteiligt worden zu sein.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    @Beretta und Dante: Auch wenn ihr zwei und euresgleichen das immer wieder behauptet - es gibt in der Bibel keinen einzigen Vers, in dem die Sklaverei gutgeheissen wird. Schreibt euch das hinter die Ohren: Die Sklaverei war bei den antiken Hebräern VERBOTEN, weil sie selber in Ägypten Sklaven gewesen waren. Was als Sklaven übersetzt wird, waren Knechte und Mägde, die manchmal die Herren wechselten, und was die Töchter betrifft, handelte es sich um Mitgiftsummen. Noch Fragen?
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Zu den Knechten und Mägden, die von den nicht christlich gesinnten Leuten - um es einmal so auszudrücken - fäschlicherweise als Sklaven bezeichnet werden, ist noch dies klarzustellen: Es konnte manchmal geschehen, dass jemand sich bei einem anderen verschuldete und er diese Schuld nur durch die Abgabe von "Personal" begleichen konnte. Diese Menschen erhielten zwar meistens keinen Lohn, aber sie lebten unter dem Schutz ihrer Herren, was in der Wüste für sie viel mehr zählte.
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    2. Antwort von G.Beretta, Bern
      (5. Mose 21,11): "Und siehst du unter den Gefangenen ein schönes Mädchen und gewinnst sie lieb, dass du sie zur Frau nimmst, so führe sie in dein Haus und lass sie ihr Haar abscheren (...) und lass sie in deinem Hause sein und einen Monat lang ihren Vater und ihre Mutter beweinen. Danach geh zu ihr und nimm sie zur Ehe und lass sie deine Frau sein." Mose 22,11): "Wenn aber der Priester einen Sklaven für Geld kauft, so darf der davon (von den Opfergaben) essen." schönes Büchlein….
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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Wie steht der Islam zu diesem Thema?
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    1. Antwort von G.Beretta, Bern
      gleich wie das Christentum, intolerant und ignorant! kein unterschied
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    2. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      @G. Beretta und Zustimmer; Entspricht diese Aussage Ihrem Wissenstand oder geht es Ihnen darum, Ihnen weniger geliebte Personengruppen damit zu treffen und zu provozieren? Falls das Zweite der Fall sein sollte, fände ich es schon angebracht, sich mal zu überlegen, ob das wirklich eine so edle und "tolerante" Haltung ist. Etwas weniger Bashing, dafür mehr Sachlichkeit würde ich mir von Ihnen wünschen!
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